Oscars 2014 – Gewinner schon bekannt?

OscarAm frühen Morgen des 3. März 2014 (MEZ) werden die Gewinner für die Oscars 2014 vorgestellt. Die meisten von uns werden dann schlafen und die Ergebnisse den morgendlichen Nachrichten entnehmen.

Wer seiner Zeit voraus sein will, kann die Prognosen hierzu verfolgen und sich schon vor der Verleihung ein Bild über die wahrscheinlichen Gewinner machen. Es gibt „old-school“ predictions, die sich meist orientieren an den Auszeichnungen, die bisher schon abgeräumt wurden und modernere, die Suchworte und den sogenannten „Buzz“ zu Rate ziehen, sozusagen Vorhersage 2.0.

Interessant ist nun, dass diese Prognosen durchaus nicht alle zum gleichen Ergebnis kommen – was ihre Qualität schon vor Bekanntwerden des wirklichen Gewinners deutlich relativiert. Wir haben hier einige aktuelle Glaskugel-Findings zusammengestellt.

Der wohl spannendste Preis ist dabei der für den besten Spielfilm. Insgesamt sind hier neun Filme nominiert.

Die Basler Zeitung wählt für ihre Prognose den klassischen Ansatz und betrachtet, welcher von den 9 schon bei  vorausgegangenen 5 anderen wichtigen Auszeichnungen (Producers Guild of America, Golden Globes, Critics’ Choice, Screen Actors Guild und Toronto IFF People’s Choice) gewonnen hat. Hier stand in 4 von 5 Fällen „12 Years a Slave“ oben auf dem Treppchen – darum ist dieser Titel der vorhergesagte Oscars-Gewinner. Und wenn er es doch nicht wird, dann muss es auf jeden Fall entweder „Gravity“ oder „American Hustle“ sein.

Zu einem ganz anderen Ergebnis kommt die International Business Times. Sie beruft sich auf Google Suchwort Analysen und erkennt „The Wolf of Wall Street“ als klaren Gewinner. Auch für einige anderen Preise hat Google so bereits die Sieger ausgemacht, Di Caprio, Bullock, Scorsese, wie WinFuture berichtet.

Diese Prognose wird jedoch von einigen angezweifelt, man vermutet hier einen handwerklichen Analyse-Fehler von Google selbst. seo-united hat das Tool Google Trends etwas anders eingestellt, die Suche nicht so eng gefasst und stellte so fest, dass mit diesem Ansatz „Gravity“ und mit deutlichem Abstand „12 Years a Slave“ vorne liegen, deutlich vor dem Wall Street Wolf.

Das Social Media Monitoring Tool Cision hat durch eigene Buzz-Analysen herausgefunden, dass „Gravity“ den Oscar erhält. Auf Platz 2 liegt hiernach „12 Years a Slave“ gefolgt von „American Hustle“.

Dass der Social Media Ansatz grundsätzlich sinnvoll ist, konnte Brandwatch 2013 nachweisen. Damals gelang es 15 von 18 Oscar-Gewinnern korrekt vorauszusagen.

Ebenfalls intensive und ein wenig undurchsichtige Analyse- und Statistik-Power setzt laut dem Online Magazin „Meedia“ die Firma Exponential Interactive ein – und kommen zu „12 Years a Slave“ als Oscar-Gewinner. Die Firma hat einen Ruf zu verlieren: mit Argo lag sie 2013 überraschend richtig.

Wem das alles zu kalt „gerechnet“ und zu wenig mit Geist und Herz erforscht ist, der kann zum Beispiel die interessanten und ausführlichen Betrachtungen von „flightattendantlovesmovies“ lesen (eine recht gut informierte Flugbegleiterin, scheint es). Hier erfährt man zum Beispiel, dass mit Cheryl Boone Isaacs die erste afroamerikanische Frau Präsidentin der Academy ist – ob dies Auswirkungen auf den Siegerfilm haben könnte, mag sich dann jeder selbst überlegen.

Vielleicht kommt man dann zu dem gleichen Ergebnis, wie die Medienkritiker, die nur 3 ernsthafte Kandidaten für den besten Spielfilm sehen: „Gravity“, „American Hustle“ und „12 Years a Slave“. Ihr prognostizierter Sieger ist der Film über die Sklaverei.

Nach der Lektüre von diversen verschiedenen Prognosen scheint mir nun „12 Years“ der wahrscheinlichste Gewinner zu sein. Ich persönlich halte das zwar nicht für den besten Film und würde American Hustle oder Inside Llewyn Davis vorziehen. Aber das ist ja nicht die Frage.

In weniger als 24 Stunden wissen wir mehr.

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