Oculus Rift in den sozialen Medien

Facebook hat vorgestern Oculus VR für 2 Milliarden Dollar gekauft.

Oculus baut Brillen, VR-Brillen, sozusagen der Gegenentwurf zu Googles Glasses (die wohl in Koop mit Ray-Ban hergestellt werden sollen).

Der Kauf fand am 24.3. statt, rund 48 Stunden später wagen wir uns an eine erste Buzz-Analyse zu diesem Thema. Unser Tool dabei: Brandwatch.

Für die Kurzanalyse haben wir eine sehr kurze Query aufgesetzt, wer sich gerne boolsche Texte anschaut: hier ist der Query-String:

(oculus OR rift) NEAR/10 (VR* OR „virtual reality“ OR glasses* OR wearable*).

Wie man sieht: Von „Facebook“ und „Akquisition“ und „2 Milliarden“ ist in der Query nicht die Rede. Eine irgendwie geräuschvolle Firma hätte auch z.B. am 22.3. diesem Such-Algorithmus auffallen müssen. Doch vor dem 24.3. hört man praktisch nichts.

chart_140326_OR_Query_from_22_Mar_to_26_Mar_1367px
In welchen Medien wird über den neuen Stern im Facebook Portfolio berichtet?

chart_140326_OR_Query_from_22_Mar_to_26_Mar_446px

Hier erkennt man schön die Breaking-News-Qualität von Twitter. In ein paar Tagen wird sich das Bild deutlich verschoben haben.

In dieser Liste sind die Top-Ten der konkreten Seiten explizit ausgewiesen. Unter anderem fällt auf: Twitter vor Facebook vor Google+, und zwar jeweils mit deutlichem Abstand.

Die Community ist anscheinend mit Facebooks Deal mehrheitlich zufrieden, das sogenannte „Sentiment“ ist deutlich positiv.chart_140326_OR_Query_from_22_Mar_to_26_Mar_500px Diese Zuordnung in positiv und negativ erfolgt dabei automatisch. Es ist ein offenes Geheimnis im Social Media Monitoring, dass die Sentiment-Erkennung sowohl methodisch-sachlich kompliziert wie grundsätzlich fragwürdig ist. Wir haben das hier schon mehrfach ausgeführt.

Das heißt, die Grafik ist zwar nicht grob falsch, aber viel mehr als ein Stimmungsindikator ist sie nicht. Wer hier belastbare Präszion will, kommt um eine Handauswertung einer Stichprobe nicht herum. Für unseren „Schnellschuss“ ist dieses automatische Sentiment völlig ausreichend – zumal die Fallzahlen auch recht groß sind.

In unserem konkreten Fall von Oculus Rift wurden per 26.3.14, 16:30 MEZ rund 45.000 „mentions“ als neutral eingestuft, die verbleibenden knapp 10.000 wie hier dargestellt. Brandwatch ist bei der automatischen Tonalitäts-Erkennung eher vorsichtig. Soll heißen: Wenn das Sentiment nicht ausreichend sicher erkannt wird, bleibt es bei der Einstufung „neutral“. (Trotzdem erkennt man bei manueller Prüfung auch hier wieder Korrekturbedarf.)

Neben diesen „normalen“ Social Media Monitoring Ergebnissen bietet Brandwatch seit kurzem nun noch ein neues Schmankerl: die sogenannten „demografics“. Die Frage dahinter ist sehr einfach: Wie kann man diese Ergebnisse nach den üblichen Splits jeder Marktanalyse noch weiter „slicen und dicen“? Männlein – Weiblein, Altersgruppen, Branchen, Ausbildung – eine naheliegende Anforderung an ein Analyse-Tool.

Brandwatch hat dies in einer ersten Stufe gelöst, in dem sie das sogenannte „Bio“ aus Twitter entsprechend auswerten. Im Bio beschreibt der Account-Inhaber sich selbst, ungefähr entlang der gewünschten „Aufriss-Linien“.

Der aktuelle Haken an dem Ganzen ist: Wer kein Twitter-Bio in englischer Sprache hat, wird so nicht erfasst und ausgewertet. D.h. für Analysen der deutschen Communities ist dieses Modul nur eingeschränkt verfügbar (relativ geringe Twitter-Penetration in D, wenige mit englischem Bio).

Für unseren konkreten Fall hier können wir allerdings aus dem Vollen schöpfen. Denn wir finden mehrheitlich englische Mentions und diese wieder sind mehrheitlich von Twitter-Mitgliedern verfasst. So sieht das dann aus:

demografics
Mittlerweile (seit der Zeitangabe weiter oben sind knapp 60 Minuten vergangen), haben wir gut 57.000 Mentions über die Query gefunden, das Thema ist also noch sehr lebendig.

Aktuell ist der typische Mention-Verfasser zu diesem Thema männlich, hat eine leitende Funktion, interessiert sich für Technologie und ist US-Amerikaner (nicht dargestellt). Das ist offensichtlich spannend, da würde man gerne tiefer reinbohren.

Mit dem neuen „Demografics“-Modul macht Brandwatch das Social Media Monitoring aussagestärker und die Community transparenter. Und dabei ist es „nur“ ein Analyse-Tool, und es setzt hier nur auf Twitter auf. Wie viel umfassender und vollständiger müssen die Analyse-Möglichkeiten von Google oder Facebook sein, mit eigenen Daten auf eigenen Servern…

Wenn Sie mehr zum Thema Social Media Monitoring und seinen Einsatzmöglichkeiten erfahren wollen: wir sind für Sie da!

Schreibe einen Kommentar