Mobile Internet-Nutzer zahlen eher

Mobiler EuroIn ihrem Anfang November vorgestellten ACTA-Bericht 2013 bestätigt auch das IfD in Allensbach den anhaltend starken Anstieg der mobilen Internet-Nutzung (ACTA = „Allensbacher Computer- und Technik-Analyse“).

Aber sie machen dabei auf einen Zusammenhang aufmerksam, der auf den ersten Blick überraschen kann: Der mobile Internet-Nutzer ist eher bereit, für derzeit kostenfreie Dienste notfalls auch zu zahlen.

Zunächst zeigt sich hier anscheinend eine generell etwas offenere Haltung der mobilen Nutzer gegenüber Bezahl-Services: Bei keiner der abgefragten Dienste lag die Zahlungsbereitschaft der (auch) mobilen Nutzer unter der der rein stationären PC-/ Laptop-Nutzer. Wer das Internet mobil nutzt, legt besonderen Wert auf Schnelligkeit. Immer und überall will er auf die jeweiligen Funktionen zugreifen können. Mobile Vernetzung ist also zumindest für einige kein verspielter Selbstzweck sondern (gefühlte) Notwendigkeit.

Angeführt wird die Liste der „notfalls-zahl-ich auch-dafür-Funktionen“ von E-Mail-Diensten (26% der Befragten wären bereit, ggf. etwas dafür zu zahlen), gefolgt von Nachschlagewerken wie Wikipedia (16%), Routenplaner (13%) und sozialen Netzwerken (10%). Ganz am Ende stehen Hotel- und Restaurantführer sowie Ernährungstipps (3%).

Interessant ist nun, dass es hier nach Nutzungsmodus (rein-stationär vs. auch-mobil) erhebliche Unterschiede gibt. Bei sozialen Netzwerken ist dieser Unterschied besonders ausgeprägt: Mehr als dreimal so viele Zahlungsbereite (16%) finden sich hier unter den mobilen Nutzern im Vergleich zu den „stationären“ (5%). Ebenfalls deutlich zahlungs-flexibler sind die „Mobilen“ bei Nachrichten, besonders bei Sportnachrichten. Eine plausible Erklärung: Diese Services besitzen für die mobilen Nutzer einen zusätzlichen Wert, der erst durch die mobile Nutzung entsteht.

In der Tat ist Geschwindigkeit, die sofortige Reaktion, gerade in sozialen Netzen wichtig – sonst ist die Nachricht / das Foto / das Video vorbei und von anderen Beiträgen längst nach unten auf der Timeline verdrängt.

„Nichts ist so alt wie der Facebook-Beitrag von vor 10 Minuten“ könnte man fast in Abwandlung eines alten Zeitungsmacher-Spruchs sagen – und hätte so auch gleich die Aktualitätsverwandschaft mit den Nachrichten erkannt. Nicht überraschend ist dann, dass eher betuliche „Sofaecken-Themen“ wie Rezepte oder Produktinformationen bei den mobilen Nutzern keine zusätzliche Zahlungsbereitschaft auslösen.

Alle Informationen aus diesem Artikel finden Sie auf den Seiten des IfD und in den kostenfreien Newslettern des IfD. Den ACTA-Steckbrief mit Informationen zur Erhebungs- und Auswertungsmethode finden sie hier.

 

 

Hinterlasse einen Kommentar