Mein Recht im Netz – die komplette Inhaltsübersicht

Diesen Herbst ist „Mein Recht im Netz“ bei der Stiftung Warentest erschienen. Der Titel klingt interessant, aber um was es genau darin geht, ist vermutlich gar nicht so leicht zu erkennen.

Auf der entsprechenden Webseite von test.de findet man immerhin eine Kurzbeschreibung zum Inhalt mit einigen weiteren Stichworten sowie der Möglichkeit, einige Seiten des Buchs zu besichtigen. amazon.de und thalia.de haben Teile dieser Informationen übernommen.

Wir werfen hier jetzt einen ausführlichen Blick ins Buch.

6 Kapitel – und etwas Rahmenprogramm

„Mein Recht im Netz“ hat sechs auf einander aufbauende Kapitel und ein wenig Vor- und Nachspiel. Man muss es durchaus nicht von vorne bis hinten lesen, sondern kann seine konkreten Wunschthemen nach aktuellem Bedarf auswählen.

Inhaltsverzeichnis

Sehr ausführlich auf 2 Seiten, so dass man von hier aus gezielt die Themen aussuchen kann, die aktuell interessieren. Das Inhaltsverzeichnis wird in dem oben genannten Blick ins Buch vollständig gezeigt.

Anstelle einer Einleitung: Was wollen Sie wissen?

10 Fragen auf 6 Seiten, die grob das Themengebiet des Buches abstecken.

Kapitel 1: Gibt es Sicherheit im Netz?

Hier werden einige grundlegende Techniken vorgestellt (Cloud, Verschlüsselung etc.), die für das weitere Verständnis hilfreich sind. (21 Seiten)

Kapitel 2: Gefahren im Netz – alles nur Panikmache?

Eine Info-Tour durch die aktuelle Bedrohungs-Landschaft im Web. Welche Formen der Durchleuchtung und des Ausspähens sollte man auf dem Radar haben – und wie kann man sich schützen? (15 Seiten)

Kapitel 3: Das Internet – kein rechtsfreier Raum

Die wichtigsten rechtlichen Aspekte der Kommunikation und der Transaktionen im Internet. Wer diese Punkte beachtet, wird absehbar keinen Ärger mit Anwälten bekommen. (29 Seiten)

Kapitel 4: Wie dokumentiert man Wichtiges?

Ein Grundlagen-Kapitel zur Dokumentations-Technik. Da es im weiteren Verlauf des Buches um die Dokumentation der eigenen digitalen Identitäten und den digitalen Nachlass geht, ist dieses Kapitel wichtig. (31 Seiten)

Kapitel 5: Vielfältige digitale Identität

Statt digitale Identität könnte man auch Online Konto sagen. Hier stelle ich eine Vielzahl solcher Konten vor (E-Mail, Banking, Shopping, Social Media, Spiele etc.) und beschreibe, was beim Dokumentieren zu beachten ist. (61 Seiten)

Kapitel 6: Schritt für Schritt zur Dokumentation

Die theoretische Vorarbeit wird hier nun ganz praktisch umgesetzt. Ich führe Sie im Buch mit einfachen Worten durch den Prozess der Dokumentation Ihrer Online Konten und Erstellung Ihres digitalen Nachlasses. (22 Seiten)

Anstelle eines Schlussworts: Die Hilfe-Seiten

Der Abschnitt „Hilfe“ enthält neben dem Register auch Muster-Texte und viele weiterführende Links. (18 Seiten)

Was wollen Sie wissen?

Statt mit einem Vorwort beginnt das Buch mit typischen Fragen á la FAQ zum gesamten Themenfeld von „Mein Recht im Netz„. Die Antworten gehen kurz inhaltlich auf die Frage ein und verweisen dann auf die Stelle im Buch, wo das Ganze ausführlich dargestellt wird.

Beispiel: „Immer neue Passwörter. Wie behalte ich den Überblick?

Antwort: „Gute Frage! Denn es werden ja nicht nur immer mehr Passwörter und Log-in-Daten, sie sollen außerdem nicht zu einfach sein, alle verschieden und am besten, man ändert sie auch regelmäßig. Ab Seite 114 zeigen wir verschiedene Techniken und Methoden, wie Sie diese Nuss knacken können.

1. Gibt es Sicherheit im Netz?

Hier werden einige technische Grundlagen für die weitere Arbeit gelegt. Der leidlich sichere Umgang des Lesers mit PC und Internet wird zwar vorausgesetzt. E-Mails und Online-Shopping sollten bekannt sein, nicht nur theoretisch. Doch das wars dann auch schon, mehr Vorwissen braucht man nicht.

Im Buch werden dann allerdings einige nicht so bekannte Techniken eingesetzt, Cloud-Service,  Passwort-Safe, Verschlüsselungs-Software, eine sichere Art, Dateien zu löschen und eine sichere Art, E-Mails auszutauschen. Diese Techniken werden hier im ersten Kapitel vorgestellt.

Zu jedem dieser Punkte gibt es ein Unterkapitel im Buch. In einfachen Worten werden die Methoden erläutert, Alternativen genannt, Auswahl-Kriterien aufgezählt und zum Teil auch konkret einzelne Produkte empfohlen.

Wer den Empfehlungen folgt und einige Werkzeuge ausprobiert, merkt schnell: alles kein Hexenwerk.

2. Gefahren im Netz – alles nur Panikmache?

Das Horror-Kapitel. Hier geht es um die Risiken, die mit jeder gesurften digitalen Welle verbunden sind. Ich verharmlose hier nicht sondern weise bewusst auf die verschiedenen Gefahren hin. Erst vor diesem Hintergrund machen die Techniken, die im vorherigen Kapitel vorgestellt wurden, Sinn.

Bei den Gefahren unterscheide ich zwischen den fast schon normal gewordenen Transparenz-Risiken (gläserner Bürger, Rasterfahndung) und den echten, von krimineller Energie getriebenen Angriffen. Die beiden Unterkapitel heißen darum auch:

  • Jäger und Wilderer
  • Jetzt wird’s kriminell

3. Das Internet – kein rechtsfreier Raum

Die rechtlichen Rahmenbedingungen im Netz sind noch nicht so fest gefügt und weitgehend klar, wie etwa im Straßenverkehr oder in der Arbeitswelt. Vieles ist noch in Bewegung und wird es wohl auch noch eine Weile bleiben.

Ich stelle hier als Nicht-Jurist zu verschiedenen Themen vor, was nach bisheriger Kenntnislage beachtet und befolgt werden sollte und was man besser unterlässt. Dabei beleuchte ich unter anderem die folgenden Punkte:

  • Urheberrecht und Persönlichkeitsrecht. Was darf man im Netz zitieren oder kopieren, worauf darf man verlinken? Welche Bilder darf man zeigen und wann wird es schwierig? All diese Fragen sind nicht ganz „ohne“! Denn schnell hat man unbedacht etwas gepostet, das man besser unveröffentlicht gelassen hätte. Und dann kommt die Abmahnung. Was jetzt? Ich zeige, was zu beachten ist und wann ein Rechtsanwalt eingeschaltet werden sollte.
  • Haftung. Aktuell ist gerade die Störerhaftung bei freiem WLAN ein viel diskutiertes Thema. Aber auch die Haftung von Eltern für ihre surfenden Kinder ist spannend. Und was ist mit Wohngemeinschaften, was mit erwachsenen Kindern im Haushalt? Haften Gastgeber für ihre Gäste?
  • An- und Verkauf im Netz. Im Netz ist ein gigantischer Marktplatz für Jedermann entstanden. Welche Regeln gelten für die kleinen und größeren Shops und was sollte man bei Aktionen auf Plattformen wie eBay beachten?
  • Tauschen statt kaufen. Aktuell wird alles Mögliche nur noch geteilt, Bohrhämmer, Personentransporte (Uber), Übernachtungsmöglichkeiten (airbnb) und so weiter. Doch ist das wirklich alles so einfach und locker, wie es manche sehen? Worauf sollte man achten um nicht in zu große Risiken zu laufen?
  • Fiese Tricks und Fallen. Ein paar Methoden sind einfach zu raffiniert. Ich stelle hier einige Beispiele vor, an denen man erkennt, wann ein scheinbar einmalig günstiges Geschäft in Wirklichkeit gewaltig stinkt.

4. Wie dokumentiert man Wichtiges?

Dokumentation ist für Viele sicher ähnlich spannend wie die Steuererklärung. Aber unser digitales Ich hat ein wenig Sorgfalt im Umgang verdient. Zu groß sind die Gefahren bei allzu laxem Umgang. Es geht gleich mit dem Vergessen los. Manche Zugänge und Konten (ich nenne alles „Konto“, für das man ein Passwort hat), wurden schon vor langer Zeit eingerichtet. Da kann es leicht sein, dass man sich nicht mehr präzise erinnern kann, wie das damals noch genau war.

Es kann auch sein, dass das Gedächtnis mit der Zeit schwächer wird und man sich einfach eine Erinnerungs-Sicherungsleine zulegen will. Und schließlich können wir auch das eigene Ableben nicht völlig ignorieren: Wie sollen denn die Nachkommen an wichtige Informationen kommen, die sich irgendwo und irgendwie verstreut über Notizbücher, Smartphone-Notizen, Festplatten, DVDs und Sticks im Haus-Safe sowie Testaments-Zusätze hinterlegt beim Notar angesammelt haben?

Ich habe mal in meinem eigenen Passwort-Safe gezählt, zu wie viel „Konten“ ich da drin einen Eintrag, also ein Passwort habe (und noch die URL und natürlich der Nutzname und manchmal noch eine Sicherheitsfrage und oft noch eine Kundennummer und und): über 150!

Web-4.0-Logins sind da noch gar nicht dabei. Wenn erst mal das „Internet of Things“ uns in seinen Klauen hat und jeder Kühlschrank, Föhn und Klodeckel vor der Benutzung nach unserem Passwort fragt, dann gute Nacht! Ohne Passwort-Safe und ein bisschen Dokumentation ist man verloren.

Zum Glück ist es hier aber nicht ganz so schlimm wie bei der Steuererklärung:  Wir haben viel Freiheit, wie das konkret aussieht, es gibt keine Vorgaben.

Sie erhalten im Buch praktische Ratschläge, was man beim Dokumentieren beachten soll. Ich stelle auch Werkzeuge vor, die dabei unterstützen. Zum Buch gehört außerdem ein Dokumentationsrahmen, der als Word-Template downloadbar ist. Ein paar Passagen kann der Leser schon mal 1:1 übernehmen. Wenn es persönlich wird, müssen die Mustertexte natürlich angepasst werden.

Es ist Geschmackssache, ob man sich alles selbst zusammenstellt oder auf komplett fertige Service-Pakete zurückgreift. Das gibt es auch: mit integrierter Cloud, Passwort-Safe, Verschlüsselung und Totmanns-Funktion: wer lange inaktiv war, wird noch ein paar Mal per E-Mail gerüttelt, wenn dann keine Antwort kommt, wird der Todesfall unterstellt. Konten werden geschlossen, Nachlass-Mails verschickt und einiges mehr. Aber solche Dienste sind nicht ganz umsonst.

Zu all diesen Möglichkeiten bekommt der Leser einen ausführlichen Überblick inklusive Bewertungen der Vor- und Nachteile.

5. Vielfältige digitale Identität

Nachdem der formale Rahmen der Dokumentation im vorigen Kapitel vorgestellt wurde, sind hier nun die Inhalte dran: Was genau soll denn nun dokumentiert werden?

Aus meiner Sicht sind ganz zuerst die E-Mail-Konten zu nennen. Denn sie sind weit mehr, als nur elektronische Zustelldienste. Ohne E-Mail können die allermeisten anderen Konten gar nicht eingerichtet werden. Denken Sie nur an das Bestätigungs-Mail, dass Sie bei jedem etwas ernsthafteren Konto zur Sicherheit erhalten, das sogenannte double-opt-in. Es stellt sicher, dass nicht Ihr Kollege in Ihrem Namen ein Konto bei Beate Uhse eröffnet. Oder nehmen Sie die Passwort-vergessen-Funktion. In 95% der Fälle funktioniert die über E-Mail. Wenn das E-Mail-Konto korrumpiert ist, hat man mehr als nur ein Kommunikationsproblem

In dem Buch empfehle ich mindestens 3 E-Mail-Konten:

  • eines für die ernsthafte Kommunikation mit Freunden und Familie. An dieses können dann auch gut Adressbuch und Kalender geknüpft sein.
  • eines für die Amazons und Ikeas dieser Welt, für das Online-Shopping. Auch das soll sicher sein, aber wenn das Konto doch mal korrumpiert wird, sind nicht gleich noch alle privaten Adressdaten öffentlich.
  • und eines für den sonstigen Firlefanz, den wir so treiben, zum Beispiel für Spiele, soziale Netze, vielleicht auch Foren. Hier darf man es mit der Genauigkeit der Angaben dann auch eher entspannt sehen. Pflichtfeld Telefonnummer? Mist, da ist doch tatsächlich ein ganz dicker Zahlendreher rein geraten.

Tipps, Ratschläge und viele Hinweise, was bei den verschiedenen Kontenarten alles dokumentiert werden sollte, stehen in diesem Kapitel.

Kontenarten gibt es vermutlich mehr, als Sie spontan erwarten:

  • Geräte-Konten (wie kommt man in Ihren PC? In Ihr Tablet, Ihr Handy, Ihren Router?)
  • Bankkonten und Konten bei Fondmanagern und Online-Depots
  • Portale bei Telekom, Telefonica & Co
  • Portale bei Unitymedia und Sky
  • Kundenkonten bei Homeshopping-Lieferanten
  • Konten bei Behörden
  • Konten bei eBay, momox, Tauschboerse etc.
  • Konten bei sozialen Netzwerken
  • Konten für Affiliate-Aktivitäten und Befragungs-Portale
  • Spielekonten
  • Konten rund um die Gesundheit (Ärzte, Fitness-Apps, Fitness-Clubs und so fort)

und noch einige mehr.

Jedem dieser Themen ist ein Unterkapitel gewidmet, in dem die Besonderheiten und Dokumentationsanforderungen behandelt werden.

6. Schritt für Schritt zur Dokumentation

Im letzten Kapitel fließen alle zuvor gesammelten Informationen praktisch zusammen.

  • Zunächst machen wir den eigenen PC sicher, richten Benutzerkonten rein (nie als Admin surfen!), aktualisieren das Betriebssystem, Browser und andere Anwendungen, richten Antivirussoftware ein sowie eine Backup-Funktion.
  • Dann werden Cloud, Verschlüsselung und Passwort-Safe eingerichtet.
  • Nun werden die Dokumente erstellt: Digitaler Nachlass, Technische Anleitungen, Dokumentation. Auch wenn das zunächst verwirrend klingt: im Buch „Mein Recht im Netz“ wird das gut verständlich und nachvollziehbar erklärt.
  • Schließlich richten wir uns noch einen Aktualisierungs-Rhythmus ein: eine Dokumentation veraltet, Ein bis zweimal im Jahr sollte sie auf den aktuellen Stand gebracht werden.

Hilfe

Der Hilfe-Abschnitt hat mehrere Unterabschnitte:

  • Buch-Empfehlungen und Links. Zu den verschiedenen Themenbereichen finden sich hier insgesamt 57 Quellen für weitere Informationen und Vertiefungs-Möglichkeiten.
  • Textvorlagen für den Digitalen Nachlass sowie für die Technischen Anleitungen.
  • Stichwortregister mit über 250 Schlagworten.
  • Impressum

Mein Recht im Netz“ ist als gebundenes Buch sowie als eBook erhältlich.

Schreibe einen Kommentar