Konsument und Unternehmen im Web2.0

Social Media definiert die Grenzen zwischen Konsumenten und Unternehmen neu. Heutzutage erstellen Konsumenten ihre eigenen Inhalte und publizieren diese im Netz – oft schneller als Nachrichtenagenturen. Das Bild eines Unternehmens kann durch einen einzigen unzufriedenen Konsumenten, der einen negativen Kommentar in einem Forum hinterlässt, radikal verändert werden. Doch wenn man als Unternehmen, aber auch als Marktforscher, diese Verbraucher-Revolution annimmt und versteht, bietet sie enorme Möglichkeiten. Doch wie genau sieht das Online-Verhalten der Konsumenten aus? Lightspeed Research interviewte 32.000 aktive Web-Nutzer weltweit aus 16 Märkten und befragte sie zu ihrem Online-Verhalten im letzten Monat. Es ergab sich eine klare Hierarchie:
Bezüglich Content-Sharing:

  • 42% luden Fotos hoch
  • 29,7% kommentierten einen Beitrag
  • 17,4% managten ihre eigene Website

Bezüglich Online-Communitys:

  • 56% besuchten Foren
  • 37,5% kümmerten sich aktiv um ihr Social-Network Profil

Nischen sind:

  • einen Blog schreiben (17,2%)
  • ein Video hochladen (17,1%)
  • Micro-Blogging Dienste (z.B. Twitter) verwenden (9%)

Es ergaben sich auch länderspezifische Unterschiede. Brasilien, Russland, Indien und China sind die Länder, die am aktivsten im Web unterwegs sind und offener für neue Entwicklungen. Interessant ist auch der Unterschied zwischen Märkten, die Blogs bevorzugen und solchen, in denen Social Media beliebt ist: China, Süd Korea und Japan sind „blog-orientiert“, alle anderen Märkte sind „Social Media-orientiert“.
Die Tatsache, dass Konsumenten sich so aktiv im Web engagieren, bietet gerade Marktforschungs-Unternehmen große Chancen. Die Verbraucher wollen gehört werden und fühlen sich dadurch wichtig. So muss das Unternehmen zunächst „Zuhör-Techniken“ entwickeln. Doch weit mehr geschätzt wird das aktive Miteinander-Kommunizieren. Unternehmen sollten in einen direkten Dialog mit ihren Kunden treten. Einen festgesetzten Zeitraum gibt es nicht: Der Konsument liefert permanent neue Daten. Blogs sollten als qualitative Quelle genutzt werden um Meinungen zu sammeln. In Social-Media-orientierten Ländern entsprechend Gruppen dieser Netzwerke. Twitter wird zwar momentan sehr gehypet, jedoch sind Foren immer noch beliebter. Der Konsument sollte auch ermuntert werden, Beiträge und Inhalte zu kreieren, so könnte das Unternehmen dazu animieren, eine neue Community zu gründen.
Die Möglichkeiten, die neuen Medien zu nutzen sind vielfältig. Die Unternehmen stehen damit gerade erst am Anfang.

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