Karriereplanung mit Facebook

Stellen Sie sich vor, Sie wären Mark Zuckerberg und natürlich durchdrungen von dem Ziel, Facebook auf immer höhere Mitglieder-, Profitabilitäts- und Aktienkurs-Höhen zu führen. Wo würden Sie ansetzen?

Sicherlich unter anderem beim Wettbewerb, bei den anderen Netzen. Eigentlich dürfte es ja ohnehin nur eines geben, nicht wahr? Aber was gibt es in Wirklichkeit?

Einen bunten Zoo, der nur die potenzielle Kundschaft verwirrt und defokussiert. Doch wir können hier Gruppen bilden:

  • Einige von diesen sind nur lokal relevant, nur in China, Russland oder Indien. Das muss lokal gelöst werden.
  • Einige sind fachlich eng verwandt, die wesentlichsten Unterschiede findet man in der Technik, in den Gadgets und bei den Datenschutz-Prinzipien. Hier müssen wir halt stets einen Schritt voraus sein.
  • Und einige haben eine wirklich eigenständige weltweite Daseinsberechtigung, bieten etwas, das Facebook nicht hat.

Diese dritte Gruppe ist für uns ein großer Stein im Schuh. Das darf es gar nicht geben: etwas, das wir nicht haben! Mit aller Kraft würden Sie diese Lücke zu schließen versuchen.

LinkedIn ist ein solches Beispiel (und ebenso die deutsche Variante XING). Der Austausch der entsprechenden persönlichen Profilseiten ersetzt für viele Manager und Unternehmer schon längst vielerorts den Visitenkartentausch alter Prägung.

Und viele HR-Manager, Personalsearcher und Headhunter nutzen intensivst die entsprechenden Suchfunktionen, die diese Netzwerke bieten.

Das Familien- und Freunde-Netzwerk Facebook hat sich lange nur stiefmütterlich um diesen Bereich der Bewerbungen, Personalsuche und Karriereplanung gekümmert. Doch nun ist Schluss damit!

Schon jetzt kann jeder in seinen Informationen auch Kompetenz- und professionelle Interessengebiete nennen.

  • Klicken Sie auf Ihr Profil
  • Klicken Sie im Hint190909 Social Professionsergrundbild auf „Informationen bearbeiten“
  • Unter „Berufliche Kenntnisse“ können Sie nun zum Beispiel „CRM“ oder „Affiliate Marketing“ eintragen. Erste Buchstaben prompten schnell Vorschläge.
  • Sie sehen dabei auch gleich, wie groß der Club ist, dem Sie da gerade beitreten.

Um allerdings nun nach anderen Kompetenzträgern suchen zu können, muss Social Graph aktiv sein – und das ist derzeit nur im englischsprachigen Facebook der Fall. Aber schwer ist der Umstieg nicht: In den Kontoeinstellungen wählen Sie unter Sprache einfach „english (US)“ – that’s it! Der Social Graph ist da!

Geben Sie nun in der Suchzeile zum Beispiel ein „people who like CRM“ und Sie erhalten eine sehr lange Liste der Leute, die CRM zu ihrem Interessengebiet gewählt haben – das sind durchaus nicht alles schon Freunde. Jeder, der sein professionelles Interesse „öffentlich“ gezeigt hat (und nicht nur den Freunden), wird so gefunden.

Die Suche kann durchaus auch noch verfeinert werden, Social Graph ist ja ein mächtiges Werkzeug.190909 Profession Graph Search

Hier haben wir CRM-Spezialisten gesucht, die in Hamburg leben. Aus Datenschutz Gründen haben wir die 2 Treffer allerdings ausgeblendet.

Geht Facebook also LinkedIn (und en passent auch XING) an den Kragen? Es sieht so aus. Allerdings ist das Ganze noch als Test deklariert, wie t3n hier berichtet. Anscheinend gibt es da noch weitergehende, aktuell auf Amerika beschränkte Aktivitäten von Facebook.

Die Entdeckung des HR-Bereichs erfolgt recht spät, LinkedIn und auch XING konnten sich relativ starke Positionen aufbauen, die nicht so leicht zu knacken sein werden.

Bewerber bzw. Stellen-Suchende werden allerdings im Zweifel auch diese neue Plattform nutzen, doppelt- oder gar dreifach genäht hält einfach besser. Und Searcher werden ebenfalls den neuen Kanal ausprobieren auf der ewigen Suche nach der unentdeckten, schlummernden Prinzessin.

Kurz: Einige Jahre Parallelbetrieb sind also auf jeden Fall absehbar.

Wie lautet Ihre Prognose? Wir freuen uns über Kommentare.

 

 

 

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