Job-Speed-Dating: In zehn Minuten zur neuen Stelle

Der neueste Trend bei der Stellensuche heißt „Job-Speed-Dating“. Hier werden Bewerber im Schnellverfahren mit einem neuen Chef verkuppelt. Das Prinzip folgt dabei dem von Flirtbörsen: Die Bewerber wechseln im schnellen Takt ihren Gesprächspartner und müssen innerhalb kurzer Zeit versuchen, ihr Gegenüber von sich zu überzeugen. Anwendung findet das Konzept in Deutschland unter anderem schon bei der Arbeitsagentur in Potsdam. Im Juni 2009 gab sie jungen Akademikern 10 Minuten Zeit, um die Arbeitgeber für sich zu gewinnen. Eine Glocke läutete dann den Wechsel der Gesprächspartner ein. Von 55 Bewerbern seien 12 später eingestellt worden. Die Treffen sind dabei ganz unterschiedlich: Während sie für Akademiker und angehende Lehrlinge eher klein gehalten werden, gibt es für Langzeitarbeitslose große Massen-Events.

Wie in der Liebe kommt es auch hier vor allem auf den ersten Eindruck an. Gerade Bewerber mit nicht so guten Zeugnissen bekommen auf diese Weise ebenfalls eine Chance. Für den guten Eindruck beim Speed-Dating muss man sich jedoch schnell und gut verkaufen können. Deshalb haben Schüchterne eher schlechte Karten. Eine gründliche Vorbereitung hilft dabei, schnell auf den Punkt zu kommen. Ein richtiges Bewerbungsgespräch wird dadurch allerdings nicht ersetzt. Die Treffen sollen nur ein erster Türöffner sein. Erfolgreiche Bewerber haben danach eine Einladung für ein längeres Vorstellungsgespräch. Für Firmen ist dieses Verfahren enorm praktisch: Sie sparen sich das zeitaufwendige Durchsehen dicker Bewerbungsmappen. Und laut neuerer Studien ist der persönliche Eindruck und Sympathie eines Bewerbers entscheidend für die Einstellung – nicht die Noten!

Neben Potsdam und Dortmund gab es solche Castings inzwischen auch in Stuttgart, München, Gelsenkirchen, Kiel und Lübbenau in Brandenburg. In Gelsenkirchen lockte eine britische Vermittlerfirma im September 2009 nach eigenen Angaben sogar 1200 Langzeitarbeitslose ins Fußballstadion auf Schalke. Davon seien mittlerweile 120 wieder in Beschäftigung.

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