Hashtags – von Katzen und Flöhen

SUPER SUNRISE KEMPWas heißt „einen Sack Flöhe hüten“ auf Englisch? To herd cats, Katzen hüten.

Jeff Bullas hat dazu einen netten Artikel geschrieben über eine spezielle Twitter Herausforderung: Tweets zu strukturieren ist wie einen Sack Flöhe hüten: How to Herd Cats on Twitter.

Und wie hütet man also? Mit Hashtags. Die Teile scheinen eine kleine Renaissance zu erleben. Wir haben das Thema hier auch schon behandelt vor ein paar Wochen und die elegante Raute dabei abfällig „Gartenzaun“ genannt. Naja, passt zum Katzenhüten.

Die Twitter-Userzahlen steigen weiter (auch in D, dem Land der Twitter-Muffel), weil der kleine blaue Vogel irgendwie so basisdemokratisch ist. Für mehr als relativ authentischen O-Ton ist ja gar kein Platz. Und die Hashtags schaffen dabei die Ordnung, machen den chaotischen Content „liquid“, führen Ströme zusammen. Jeff nennt Hashtags den Kleber von Twitter.

Hauptargument für eine intensive Nutzung: Mit Hashtag erfährt der Tweet doppelt soviel Engagement (Link Follow, Retweet, Favorisieren). In Amerika ist es längst üblich, TV-Shows und -Serien mit der Nennung des Hashtags zu beginnen, da kann man gleich ganz gezielt auf dem 2nd screen aka smartphone loben oder ablästern. Hier in Deutschland sagte vor wenigen Tagen ein Moderator: „Und der Hashtake – fragen Sie Ihre Enkel, was das ist – von unserer Sendung lautet…“ Hashtake! Enkel! Fremdschämen.

Natürlich kann man bei der Verwendung auch Fehler machen. Die gröbsten Schnitzer sind: zu viele Rauten und dann noch gleich zum Start eine.
Goldene Hashtag-Regeln sind darum:

  • Nie mehr als 3
  • Nicht direkt am Anfang vom Tweet
  • Generell die Lesbarkeit erhalten

Das kann bei 140 Zeichen (und eigentlich soll man ja nur max 110 davon nutzen, damit noch Platz für „RT“ und „via“ bleibt) schon verdammt eng werden!

Es lohnt übrigens auch, mal zu schauen, welche Tags denn so im Umlauf sind und was wofür genutzt wird. Kann sein, Ihr LIeblings-Tag wird von anderen in einem ganz anderen Sinn benutzt. Es gibt dafür ein paar Seiten, die auch eine Registrierungsfunktion haben, u.a.:

  • http://hashtagdictionary.com
  • http://hashtaginfo.de
  • http://hashtags.org
  • http://tagdef.com
  • http://twubs.com

Da am Ende die praktische Verwendung darüber entscheidet, ob sich ein Hashtag durchsetzt, kann eine Registrierung wohl nur begleitende Funktion haben. Bei unverständlichen Abkürzungen erfährt man so aber immerhin die Bedeutung – bzw. kann eine festlegen.

Wenn Sie noch irgendwo Überzeugungsarbeit in Sachen Hashtag leisten müssen, warum jeder Tweet mit Zaun, mit Raute, mit Hashtag also klar besser ist als ohne: hier ist eine anschauliche Infografik.

Die anderen Sozialen Netze brauchen eigentlich keine Hashtags, sie können anders strukturieren. Aber Jeff meint, er habe den Hashtag-Trend bei Google+ und Instagram auch schon erkannt und sogar Facebook würde bald folgen. Wir werden sehen.

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5 Gedanken zu „Hashtags – von Katzen und Flöhen

  1. Die Überschrift irritierte mich im ersten Moment sehr. Jedoch ist der folgende Artikel unglaublich informativ und teilweise witzig geschrieben.

    Bei den 3 Regeln, welche ich in meinen Blogartikel http://www.webpixelkonsum.de/2013/05/16/hashtag-was-bist-du-was-bringst-du-mir integrierte, kam ich dann ins grübeln. Meiner Meinung nach existiert hin & wieder ein Zielkonflikt in einem Tweet. Damit meine ich die Verwendung von Text, Link, Erwähnung und Hashtag sowie „Freiraum für Anmerkungen“.

    Wie betrachten und lösen Sie diesen Spagat oder haben Sie diesen erwähnten Zielkonflikt nicht?

    Viele Grüße, Ralph

    • Ja stimmt, Titel ist nicht 1a Qualität (aber Katzen verkaufen doch so gut…). Der Zielkonflikt besteht und ist nicht immer lösbar. Mein Weg: eine kreative 80 Zeichen Kurzfassung des Textes (man wundert sich, was alles eigentlich NICHT gesagt werden muss), bitly-link (max 10), @referenz (max 10) und 1-2 HT (max 20), damit lande ich meist unter 120 Zeichen, meine selbstgesetzte Schallgrenze.
      Perfekt ist auch das nicht.
      Viele Grüße, Peter

  2. So einen genauen Plan für meine Tweets habe ich noch gar nicht. Klingt interessant. Für viele Tweets wird diese Struktur hilfreich und anwendbar sein. Jedoch denke ich, dass man flexibel und entspannt bei der Verwendung dieser Struktur vorgehen sollte. Dann macht Twitter sehr viel Spass.

    Auf jeden Fall denke ich über Ihre Struktur eines Tweets nach.

    Viele Grüße, Ralph

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