Hashtags – oder wozu braucht man eigentlich den Gartenzaun?

„Hashtags“ sind Worte oder Abkürzungen, die mit der Raute (#, auch „Gartenzaun“ genannt) beginnen.

„#steinbrueck“ ist so ein Hashtag.

Sie werden in Twitter verwendet um zu zeigen, dass sich ein Tweet auf ein bestimmtes Thema bezieht – in unserem Beispiel auf „Steinbrück“.

Gebe ich im Suchfenster von Twitter „#steinbrueck“ ein, erscheint in meinem Account am 28.2.13 um 14:35 folgendes Ergebnis.

Ich sehe nur noch die Tweets, die diesen Hashtag verwenden, wie immer die aktuellsten ganz oben.

Und ich sehe auch:

  • Groß- und Kleinschreibung ist irrelevant, hashtags sind nicht „case-sensitiv“
  • Ue und ü werden zusammengeführt, Twitter liest deutschen Zeichensatz

Hashtags sind also eine Methode, die Fülle der Tweets zu strukturieren, zu gliedern, zu filtern. Sie sind ein Service des Autors für den Leser.

Und wie kommen diese Hashtags zu Stande, wer legt sie fest?

Wir alle – durch Verwendung. Auf vielen Events, aber neuerdings auch in Fernsehsendungen wird zu Beginn kurz der Hashtag genannt – damit alle, die dazu twittern wollen, das Thema durch die Verwendung eingrenzen können.

Das heißt, Sie können selbst einen Hashtag festlegen – vorausgesetzt, er ist nicht bereits in Benutzung. Dann kommt zwar nicht gleich die Twitter-Polizei zu Ihnen, aber es gibt möglicherweise Verwirrung. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass Ihre Bedeutung des Hashtags keine Verwendung findet und die bestehende, ältere wie bisher verwendet wird. Denn darauf kommt es im Kern an: Ihre Audience, Ihre Twitter-Gemeinde muss den Hashtag annehmen, verwenden, er muss sich durchsetzen.

Rachel Sprung hat in einem aktuellen Artikel im Social Media Examiner 4 Regeln formuliert, die man beim Definieren eines neuen Hashtags beachten soll:

  1. Einzigartigkeit, uniqueness. #marketing oder #socialmedia sind nicht besonders unique (außerdem sind sie schon in Gebrauch). #meinemarke ist schon besser.
  2. Gut zu erinnern. #cft6zhn ist sicher sehr einzigartig, aber nur wenige können sich das merken. Und darauf kommt es an: dass der Hashtag von Vielen verwendet wird, sonst ist er wertlos.
  3. Trans-Twitter: obwohl Hashtags aus der Welt des kleinen blauen Vogels kommen, sollte man sie auch in facebook und google verwenden – damit sie ins Auge springen, damit man sich an sie gewöhnt, damit sie hängen bleiben. Die führende Raute sagt allen: unter diesem Stichwort sammeln sich verwandte Beiträge.
  4. Neu. Stelle sicher, dass der Hashtag nicht schon in Benutzung ist. Rachel bringt das schöne Beispiel eines Keksherstellers, der #notguilty für seinen Keks festlegen wollte und mit einem Mordanklage-Disput ins Gehege kam. Die Keksleute mussten sich entschuldigen.

Wer Marketing schon mal ausgeschrieben hat, kommt schnell auch alleine auf No. 1 und 2. Bei 3. gehen die Meinungen auseinander, viele nervt der Gartenzaun, #besonders #in #tweets, #die #so #aussehen. Eine Funktion hat er in Facebook jedenfalls nicht – und schöner wird der Text durch ihn auch nicht.

Ich persönlich finde Hashtags für eine Strukturierung des Twitter-Buzz und für die schnelle Suche recht hilfreich.

Für No. 4 (sicher sinnvoll) kann man einfach in Twitter testen, ob der Hashtag schon in Gebrauch ist. Rachel verweist auf das hashtag dictionary, erschien mir aber vom Funktionsumfang sehr übersichtlich und insgesamt nicht so hilfreich. Schon etwas umfangreicher sieht hashtags aus. Hier gibt es eine kleine Community und kann man z.B. einen neuen Hashtag „anmelden“ und definieren (nach kostenfreier Registrierung).

Die große Gretchenfrage ist natürlich: Braucht man Hashtags überhaupt noch in Zeiten von einfachen und kostenfreien Monitoring Tools? Kann man nicht alle Tweets (und mehr!) mit einem bestimmten Begriff auch z.B. in Topsy finden?

Das stimmt tendenziell, aber aus meiner Sicht gibt es immer noch Nutzen im Hashtag, gerade für kurzlebige Ereignisse, wie Seminare, Messen, breaking news, Sport-Events.

Ich werde sie jedenfalls bis auf Weiteres in Tweets verwenden – aber nur da (nicht auch in Facebook & Co.). Und immer nur maximal 2 pro Tweet.

Finden Sie solche „Basisthemen“ interessant, sollten wir ihnen hier mehr Platz einräumen? Ich freu mich auf Ihr Feedback.

6 Gedanken zu „Hashtags – oder wozu braucht man eigentlich den Gartenzaun?

  1. Ich organisiere zur Zeit einen Kongress und möchte gerne einen Twitter Hashtag dafür anlegen. Wo lege ich ihn an? Nur in Twitter oder gibt es eine bestimmte Stelle/Organisation, wo ich diesen Kongresshashtag reservieren muss?
    Vielen herzlichen Dank für eine kurze Antwort.

    • Hallo Sunny Berger,
      eine offizielle Organisation dafür gibt es nicht (Hashtag-Department), aber diese Leute führen zumindest eine Liste, in die man seinen Hashtag mit Definition eintragen kann: http://www.hashtags.org/. In Deutschland gibt es auch http://hashtaginfo.de.
      Es ist sicher nicht verkehrt, den Konferenz-Hashtag da einzutragen, aber wichtiger erscheint mir, dass die Konferenz-Teilnehmer, die Aussteller, Referenten etc. etc ihn kennen und verwenden!
      Also sollten Sie den Tag definieren (und eintragen) und ihn dann möglichst prominent und aktiv schon im Vorfeld kommunizieren. Jeder Tweet zur Konferenz sollte den Hashtag benutzen, auch die Referenten, Gastredner, Sponsoren, die Catering-Firma, die Location-Verantwortlichen, alle.
      Viel Erfolg!
      Viele Grüße, Peter Apel

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