Gute Gestaltung 2014 – ein Preis vom DDC

ddcSeit über 10 Jahren vergibt der Deutsche Designer Club, kurz DDC, Preise für gute Gestaltung, Gold-, Silber- und Bronze-Preise in insgesamt 10 Kategorien. Agenturen wie auch ihre Kunden konnten für die Awards „Gute Gestaltung 14“ Arbeiten aus den Jahren 2012 und 2013 einreichen.

Je nach Kategorie waren diese Einreichungen zum Beispiel konkrete Objekte (Kategorie „Produkt“; Stühle, Fahrräder, Pinwände und sogar Dildos waren hier zu sehen), Geschäftsberichte (Kategorie „Unternehmenskommunikation“), Layouts von Anzeigen (Kategorie „Marken-Kommunikation“) oder schlicht links zu Webseiten, iTunes-Apps und youtube-Clips (Kategorie „Digital Media“).

Eine Übersicht über alle 10 Kategorien und weitere Details zur Ausschreibung wie zu den Jurys finden Sie hier

Am 25. und 26. Oktober haben die 10 Jurys nun in den Räumen der Hochschule Wiesbaden getagt (angenehm helle Räume, fürsorgliches studentisches Catering) und die Gewinner für die einzelnen Kategorien bestimmt.ddc

Die Sieger werden in einer großen Veranstaltung am 29.11. bekanntgegeben.

Ich stelle hier einige Eindrücke von diesen 2 Tagen vor, in der Hauptsache aus der Kategorie „Digital Media“, in der ich Mitglied der Jury sein durfte.

Erste Erkenntnis: Auch an den Designern, den Künstlern in der Kommunikationswelt, sind also Web2.0 und mobile Kommunikation natürlich nicht komplett vorüber gegangen, die (recht junge) Kategorie „Digital Media“ macht das deutlich. Aber noch fühlen sich nicht alle hier wirklich zu Hause. So findet man zu diesem Preis und den begleitenden Aktivitäten nur wenig auf www.ddc.de und auch bei Facebook kaum Nennenswertes. Einen Hashtag zu dem Award sucht man ebenso vergeblich, #ddc2014 wurde dann kurzfristig noch ins Leben gerufen – mit wenig Resonanz.

Was fürs DDC allgemein gilt, gilt ähnlich auch für einige Juroren. Persönliche Präsenz in sozialen Medien ist jedenfalls nicht die Regel, selbst wenn von so „elementaren“ Netzen wie XING oder linkedIn die Rede ist. Es gibt sogar bekennende social-network-Ablehner: „…ich bin nirgendwo, haben wir generell so beschlossen, für die ganze Firma…“.

Und schließlich die Award-Einreichungen selbst. Hier war manch guter bis sehr guter Beitrag dabei – aber auch Vieles, was nur mit hochgezogenen Augenbrauen begutachtet werden konnte. Nur weil eine Firma aus dem Touristik-Bereich nun endlich auch verstanden hat, dass an einer interaktiven Angebotssuche (Suchkriterien Zielregion, Reisezeit) kein Weg vorbei führt, und darum etwas auf die Beine stellt, was die Konkurrenz schon seit Jahren realisiert hat, nur das war jedenfalls kein Grund für eine Award-Vergabe.

Doch es gab durchaus auch Unterhaltendes sowie echte digitale Lichtblicke.

Besonders erwähnenswert erscheint mir zum einen eine Lösung von MINI Gebrauchtwagen, die ich hier in der Kurzversion einbette (die Langversion war eingereicht).

Ebenfalls gut gefallen hat mir die CalendarWatch für das iPhone.CalendarWatchSie wurde von der Agentur denkwerk als Weihnachtsgeschenk für die Kunden konzipiert, steht aber als Gratis-App im iStore allen zur Verfügung, geben Sie einfach den Namen ein. Fachlich-funktional keine Revolution, aber in meinen Augen eine wirklich ansprechende Alternative zu den kleinen Kästchen von Outlook&Co. Ein Hingucker, der hält was er verspricht: Kalender und Uhr in einem. Ich habe das Teil jedenfalls schon fest und regelmäßig in use.

Zur Jury-Arbeit muss man sagen: ein reines Vergnügen ist die nicht gerade – eben weil es wirklich Arbeit ist. Insbesondere Corporate Webseiten sind meist so mächtig, dass allein das Verstehen der Vielfalt von Funktionen wie Inhalten kräftig Zeit konsumiert. Aber auch Spiele-Apps, die durch mehrere Level führen oder Social Competitions, in denen erst der sukzessive Fortschritt des Wettbewerbs alle Funktionen offenbart, durchdringt man nicht in 15 Minuten.

So ging es uns von „Digital Media“, aber auch etwa die Jury-Kollegen von „Unternehmenskommunikation“, die sich durch einige Kilogramm Geschäftsberichte durchwühlen durften, hatten ihr Päckchen im wahrsten Wortsinn zu tragen.

Trotzdem waren diese 2 Jury-Tage ein außergewöhnliches Erlebnis! Besonders beeindruckt hat mich mal wieder die Vielstimmigkeit der Meinungen zu ein und demselben Objekt. Keine gut vorgetragene, plausible Sicht neben der nicht im Handumdrehen die genaue Gegensicht auftaucht – ebenso plausibel und überzeugend verargumentiert.

Dass trotzdem dann die Ergebnisse nicht faule Kompromisse waren, sondern begründete, von allen getragene Vota – das war schon überraschend und beruhigend zugleich.

2 Gedanken zu „Gute Gestaltung 2014 – ein Preis vom DDC

  1. Hallo Peter,
    schön zusammengefasst – und auch hier von mir nochmal Danke für die guten und konstruktiven Diskussionen. Hab grad‘ nen Song gehört, mit der Textzeile „Jede Wahrheit tanzt zu ihrer eigenen Musik.“ (Funny van Dannen) – da haben wir viel Gutes rausgezogen und ich freue mich auf die Verleihung.
    1g, der Gerald

Hinterlasse einen Kommentar