Google führt „Instant“-Suche ein

Coffein für die Suche: Google überträgt das Prinzip des Instant-Kaffees auf seine Suchmaschine und löst Suchanfragen schon bei der Eingabe eines oder weniger Buchstaben aus. „Google Instant“ soll die Suche um zwei bis fünf Sekunden pro Anfrage beschleunigen und blendet seine Suchergebnisse schon ein, während der Nutzer noch sucht.

Gibt man beispielsweise ein „B“ ein, wird sofort der Link zu Bild.de als oberstes Ergebnis angezeigt. Um Spiegel Online zu finden, benötigt es ein „Sp“, da bei „S“ die noch populärere Internetseite SchülerVZ ausgespuckt wird. Google hält das für „spaßig, schnell und interaktiv“, so Bereichsleiterin Marissa Mayer. In Deutschland steht der Dienst bereits Nutzern offen, die über ein Google-Konto eingeloggt sind, in wenigen Tagen soll Google Instant dann weltweit auch ohne Login funktionieren.

Allerdings: Der Datentransfer steigt erheblich an, denn während der Sucheingabe ist eine permanente Verbindung zu Google nötig. Ist der Internetanschluss zu langsam, funktioniert die Technik nicht, und Google wendet stattdessen das herkömmliche Verfahren an. Martin Weigert spricht bei netzwertig.com deshalb auch von einer „Zwei-Klassen-Suchmaschine“. Marketingexperten sind sich noch nicht einig darüber, welche Konsequenzen die neue Suche für Vermarkter hat. Bisher wurden Ad Impressions nach der Verweildauer auf einer Ergebnisseite gemessen, mindestens drei Sekunden sollten es sein. Wenn die Suche nun beschleunigt wird, könnten sich die Klickraten ändern.

Bei der Präsentation von Google Instant gestern in San Francisco warf der Konzern auch noch einen Blick in die Zukunft: Das hauseigene Versuchslabor feilt an „Google Scribe“, wo man in einem Dokument etwas eingeben kann und Vorschläge für ein ganzes Wort oder komplette Formulierungen erhält, beruhend auf statistischen Häufigkeiten aus dem Netz und eigenen vorangegangenen Eingaben. So erfährt man nebenbei und indirekt, was das so Netz denkt: „Christentum ist“ indes für Google/ das Netz „ein Kult“ oder „eine Lüge“. Es stellt sich dabei die Frage, wie stark Google durch Filter die Auswahl auf Dinge lenkt, die grammatikalisch korrekt oder inhaltlich erwünscht sind.

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