Deutschland eine Social Media Wüste?

Nach einer neuen BITKOM Studie sind immer noch über die Hälfte der deutschen Unternehmen nicht aktiv im Bereich Social Media. Dabei gibt es nur geringe Unterschiede zwischen kleinen und großen  Unternehmen (die klein-groß-Grenze verläuft an der 500-Mitarbeiter-Linie).

Die 3 wichtigsten Ablehnungsgründe sind nach dieser Studie:

  1. Zielgruppe wird nicht via SM erreicht: 61%
  2. Rechtliche Unsicherheit (Datenschutz, Arbeitsrecht, Urheberrecht): 50%
  3. Passt nicht zur Unternehmenskultur: 45%

Kein prominentes Argument sind hingegen die Kosten: nur 14% nannten dies als Grund, sich gegen Social Media zu entscheiden.

Ist Deutschland also eine Social Media Wüste?

Für den b2b-Bereich kann man das wohl so nicht sagen. Laut einer Regus-Studie für UK , dem Land der europäischen „early adopter“ in Sachen Social Media, lag der Anteil der Unternehmen, die "… actively using business social networks to interact with, and inform, their existing customers" bei 48% – ziemlich genau der Bitkom-Wert für Deutschland.

Allerdings: Das war 2011. Deutschland liegt also gegenüber UK ungefähr ein Jahr zurück.

Vergleichende aktuelle Studien der führenden Industrie-Länder etwa, gibt es nicht öffentlich (bzw. ich habe sie nicht gefunden). Öffentlich zugänglich ist zwar zum Beispiel der Global Social Media Checkup 2012 von Burson-Marsteller, aber hier werden nur die Fortune-100-Unternehmen beleuchtet. Auch interessant, aber nicht das, was wir suchen.

Auf dem europäischen Kontinent liegen die deutschen Unternehmen bei einem nationalen Vergleich vermutlich irgendwo im Mittelfeld, was ihr Engagement in Sachen Social Media angeht.

Ist das nicht eigentlich eine beruhigende Position? Wäre ein „Mehr“ hier unbedingt auch ein „Besser“ oder „Wettbewerbsfähiger“?

Ich bin überzeugt, dass es besser wäre! Ich glaube, dass jedes Unternehmen spätestens jetzt beginnen sollte, erste Schritte in Sachen Social Media zu gehen.

Mein Hauptargument: Die Social Media Entwicklung ist unumkehrbar. Man kann vor ihr die Augen verschließen, anhalten kann man sie nicht. Und sie betrifft alle Bereiche eines Unternehmens. Social Media ist eben nicht nur „ein Tool“ für das Marketing oder die Presse-Abteilung sondern auch für F&E, Beschaffung, Organisation und besonders:den Personalbereich:

Angesichts der sich dramatisch verknappenden Ressource Azubi und Jungingenieur ist Social Media doch längst ein Eckstein des sogenannten Employer Branding geworden. Arbeitgeber, die hier nicht wenigstens eine kleine Flagge zeigen, sind wenig attraktiv.

Andererseits kann man Social Media Expertise nicht einfach kaufen oder einstellen. Diese Kompetenz muss wachsen, im Unternehmen, in der Belegschaft, im Reporting, im Controlling, in den Management-Prozessen. Das geht nicht von heute auf morgen.

Wenn also die Entwicklung nicht aufzuhalten ist und es einige Zeit dauert, bis ein operativ ernst zu nehmendes Niveau erreicht ist, dann muss man heute beginnen. Sonst gehört man 2014 nicht mehr zur inaktiven Hälfte sondern zu den letzten 10%.

In vielen Fällen ist es richtig: bei Social Media ist weniger oft mehr.
Aber richtig ist auch: Null ist 2012 zu wenig!

Ein erster Schritt kann in einem Sich-Umschauen bestehen. Was machen Andere, mit denen man sich vergleicht, Schlüsselkunden, wichtige Lieferanten, in welchen Bereichen bzw. Abteilungen wird der Fahrtwind des Social Media am stärksten gespürt?

Dieser Blick geht aber auch nach innen: Wen und was haben wir schon (völlig Social-Media-frei sind viele bei genauem Hinsehen dann doch nicht), welche Abteilung hat welche Bedarfe und Ressourcen, wo könnten erste Quick-Wins liegen? Ohne große Kommitments können erste Gehversuche gemacht werden – so kann das Unternehmen schrittweise Erfahrungen sammeln und Selbstverständlichkeiten aufbauen.

Der Aufbau sollte umsichtig bis vorsichtig erfolgen. Denn 2 der oben genannten Gründe für Ablehnung und Skepsis sind ja gar nicht von der Hand zu weisen (No. 2 und 3): Neue rechtliche Fragen müssen gelöst, zumindest adressiert werden und die Kultur des Kooperativen und Kollaborativen muss sich erst entwickeln, dort wo es möglich und sinnvoll ist. Auf dem Bau, in Werkstätten oder in Montage-Hallen ist das etwas Anderes als in Büros.

Wie organisiert man so einen ersten Schritt? Vielleicht gibt es interne Kompetenzen, die hier recherchieren, andenken, strukturieren und moderieren können (-und wollen). Gerade weil Social Media primär nach innen verkauft werden muss, interne Überwindungen kostet, wäre dies der ideale Weg.

Das gilt übrigens auch mittelfristig: Social Media ist kein Thema zum völligen Outsourcen (so verlockend das erscheinen mag), substantielle Kompetenzen sollten im Unternehmen bleiben bzw. aufgebaut werden.

Aus dem Stand in Fahrt zu kommen, ist immer die größte Anstrengung.
Dieser Schritt erfordert zudem Mut. Sein Sie mutig!

Für Unternehmen, die noch nicht über Option-1: Start 100% mit eigenen Ressourcen verfügen, gibt es natürlich Option-2: externe Partner.

Und wenn Sie für den ersten Schritt einen umsichtigen Partner ohne missionarischen Eifer aus der Praxis suchen: Vianova-Company bietet hier das Paket Social-Media-Basis an.

Unser Ansatz: Mit dem Kunden eine arbeitsfähige Mindest-Plattform aufbauen, die dann aus eigener Kraft und ohne unabsehbare Folgeaufwände weitergeführt und mit der Zeit auch weiterentwickelt werden kann.

Interesse? Dann nehmen Sie hier unverbindlich mit uns Kontakt auf: Vianova-Kontakt

0 Gedanken zu „Deutschland eine Social Media Wüste?

  1. Ich glaube, dass in Deutschland nur wenige Erfolg im Social Media hätten – auch wenn sie sich aktiv darum bemühen würden. Beispiele dafür gibt es zuhauf, denn auch die Unternehmen, die derzeit versuchen sich ordentlich in Social Media einzubringen versagen bisher: http://goo.gl/h33Ey – selbst Audi!

    Es scheint, als wär das Social Media Interesse in DE rein auf Party und Stimmung aus. Das passt natürlich nur auf sehr, sehr wenige Unternehmensstrukturen 😉 Und die wenigen, auf die es zutrifft (bspw. Scavi&Ray) packens!

    • Zunächst danke für Ihr Feedback, Viktor. Es stimmt schon, in D sieht gerade das Social Media Thema oft etwas traurig-trübe aus. Ganz so skeptisch bin ich aber nicht. Ich sehe viel Bewegung aktuell und Neugier. Zudem kenne ich gute Beispiele von sehr erfolgreichen Social Media Einsätzen, gerade für das Lead Management (frei übersetzt „Interessenten-Verfolgung“) und damit den sogennannten „Sales Funnel“. Das ist der Trichter, durch den Kunden auf Ihrer Entwickllung vom Neugierigen über den Interessierten, den Angebotseinholenden bis hin zum Kunden und Wiederkäufer rutschen. Hier kann man bei jedem Entwicklungsprozess mit Social Media nachhelfen, besonders am Anfang und am Schluß. Wir konnten zum Beispiel in einem Projekt die Generierungs-Kosten für einen neuen Interessierten von über 100€ auf unter 40€ drücken – mit Social Media. Wenn die alte Trichter-Faustregel: „aus 100 Personen werden 10 Interessierte und 1 Kunde“ gilt, dann sieht man schnell, was da für Beträge gespart werden können.
      Dieser Bereich ist öffentlich nicht so sichtbar, aber nach meinen Informationen sind hier die automobilen Premium Hersteller in D recht erfolgreich.
      Aber richtig ist auch, wie Sie sagen: diese Botschaft ist noch nicht bei Vielen angekommen.
      Ihr Blog ist interessant zu lesen. Die Scavi&Ray Seite kannte ich nicht, gut gemacht.
      Viele Grüße, Peter Apel

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