Der gemeine Mensch als solcher

MenschIch habe Mist gebaut!“ So beginnt ein Artikel von Kaila Colbin in MediaPost, Rubrik OnlineSPIN.

Das ist schon mal ein guter Anfang, da möchte man weiterlesen. Und es geht auch gut weiter, denn es geht um gute Anfänge.

Wie fange ich Aufmerksamkeit in einer Welt voller fauler oder sehr beschäftigter Menschen?

Kailas Dreisatz geht so:

Ich bin faul und sehr beschäftigt – Ich bin ein Mensch – Alle Menschen sind faul und sehr beschäftigt.

Und ihr Missgeschick handelt davon, wie man mit dieser Erkenntnis umgeht.

Ihr Mist-gebaut-eMail begann mit: „Im Flugzeug war es langweilig…“ – und die 5 Leute, an die sie es geschickt hat, haben es nicht weiter gelesen. Keine Antwort. Denn offensichtlich hatte sie es in einem langweiligen Moment geschrieben – es konnte nicht so wichtig sein, also Prio 2 = Papierkorb. Dabei war es wichtig, sie wollte nur witzig sein.

Danach hat sie das Mail noch mal geschrieben, im Betreff stand: „Bitte um Review!“ und der Text begann mit: „Schaut Euch die Anlage an! Ich muss das morgen präsentieren, also je schneller Ihr antwortet, desto besser…„. Innerhalb einer Stunde hatten 4 der 5 Adressaten geantwortet.

Die Lehren, die Kaila daraus zieht, halte ich für sehr vernünftig:

  1. Das Thema, mit dem ich mich beschäftige, ist für niemand so wichtig, wie für mich!
  2. Menschen sind faul; ich muss es ihnen leicht machen, das zu lesen, was mir wichtig ist. Ich muss dafür einfach und klar und kurz schreiben. Wenn ich unbedingt eine Antwort brauche, soll ich schreiben: „Bitte antworten!“ Wenn es eigentlich nur 3 Antwortoptionen gibt, kann ich die z.B. konkret hinschreiben und durchnummerieren, so dass der Empfänger nur „B“ zu antworten braucht.
  3. Menschen sind sehr beschäftigt. Wie bringe ich sie dazu, meine Mails zu lesen? Genauso wie die Faulen!

Zum Schluss bringt sie das schöne Beispiel der Großmutter, die die Powerpoint-Präsentation „Warum das Leben lebenswert ist“ mit 50 musikalisch begleiteten Bildern schickt und tags drauf anruft und fragt, ob das eine Bild mit dem Kätzchen in der Regenrinne nicht besonders reizend sei, und warum man da nicht gleich drauf geantwortet habe.

Wir mögen über Großmutter schmunzeln, aber eigentlich sind wir gemeint. Es sind ja auch nur unsere Kätzchenbilder, die wir rumschicken, reizend und wichtig für uns – aber für wen sonst?

Fazit: Wie verrückt auch diese digitale Welt ist und noch werden mag, wir kommunizieren mit Menschen – so, wie sie eben sind.

Nehmen wir sie so wichtig, wie unsere Kätzchenbilder!

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