Wort des Jahres: unfriend

Facebook bereichert die englische Sprache: Das New Oxford American Dictionary wählte das Verb unfriend zum Neologismus des Jahres 2009. Es sei aktuell geläufig und habe das Potenzial, dauerhaft benutzt zu werden, so Christine Lindberg, Senior Lexikografin des Oxford US dictionary program. Bedeutung: „To remove someone as a ‘friend’ on a social networking site such as Facebook.“ Im deutschen Sprachraum hat sich hierfür kein vergleichbar geläufiges Verb herausgebildet: Bei Facebook heißt es „als Freund entfernen“, bei StudiVZ „Freundschaft beenden“.

Facebook selbst nimmt den Prozess des „An- und Entfreundens“ sehr ernst: 2008 blockte Facebook das Spiel PackRat, da es User dazu aufrief eine enorme Anzahl an Freunden zu sammeln. Anfang dieses Jahres wurde die Werbeaktion mit Burger King abgebrochen, da zu viele Freundschaften einem Gratis-Whopper geopfert wurden. Ebenso wenig erlaubt Facebook seinen Usern, mehr als 5000 Freunde zu haben.

Wort des Jahres 2008 war hypermiling.

Personaler sind zögerlich bei Social Media

Der Mensch ist nicht sein Lebenslauf allein. Denn um über Bewerber mehr zu erfahren als das, was ihr Curriculum preisgibt, lohnt sich schon mal ein Blick in deren Profile bei Xing, Facebook und Co. Allerdings sind deutsche Personaler noch weit entfernt von einer strategischen Nutzung der Social Media. Dies belegt die Studie „Social Media und Personalarbeit: Potenzial erkannt. Und genutzt?“ des Beratungsunternehmens IFOK, bei der rund 800 Personaler befragt wurden. Das Fazit der Studie lautet: Trotz Millionen von Nutzern Sozialer Netzwerke, haben sich deutsche Personalexperten auf die neuen Formen der Kommunikation bisher kaum eingestellt.  Zwar messen 60% der Befragten Social Media eine große Bedeutung für ihren Bereich Human Resources bei, jedoch existieren bei zwei Drittel der Unternehmen keine geregelten Zuständigkeiten für dieses Thema. 70% der Unternehmen haben keine unternehmensweite Social Media-Strategie und nur 15% haben Richtlinien für den Umgang mit Social Media. Das Thema Weiterbildung wird ebenfalls nicht beachtet: Nicht einmal 10% der Befragten bieten Schulungen zum Umgang mit Social Media an.

Die Personaler haben derzeit ein sehr enges Sichtfeld was die Nutzung von Social Media betrifft: Sie nutzen zwar durchaus klassische etablierte Business-Netzwerke wie Xing oder LinkedIn (80% haben sie bei ihrer Personalarbeit zumindest schon einmal benutzt und 60% informieren sich gelegentlich auf Business-Plattformen über potentielle neue Mitarbeiter), allerdings vergeben sie eine sehr große Chance, was den Blick auf ihr eigenes Unternehmen betrifft. Was über das eigene Unternehmen online geschrieben wird, unter anderem von den Mitarbeitern, darüber informieren sich systematisch nur 4% der Personaler. Mehr als drei viertel von ihnen hat noch nie Beurteilungen auf Arbeitgeber-Bewertungsplattformen zur Kenntnis genommen. Doch gerade dieser Spiegel für das Unternehmen bietet Möglichkeiten, eine offene Unternehmenskultur zu fördern, die Produktivität zu steigern, die Zusammenarbeit zwischen den Organisationen zu verbessern sowie die „Talentpipeline“ zu füllen.

Die komplette Studie gibt es hier als PDF zum Download.

YouTube mit neuem Elternkanal ForMom

YouTube startete soeben zusammen mit Kodak den neuen Online-Kanal ForMom, eine Plattform auf YouTube, auf der sich Mütter gegenseitig Tipps und Tricks rund um Elternschaft geben können. Es stehen Videos zu Themen wie Kochen, Beauty, Spielzeug oder Gesundheit zur Auswahl, die kommentiert und durch eigene Videos ergänzt werden können. Gesponsert wird der Kanal von Kodak, wobei Familien beispielsweise an einem Online-Familien-Video-Contest teilnehmen können und eine Reise sowie verschiedene Kodak Produkte gewinnen können.
Mal sehen, welche Partnerschaft YouTube als nächstes eingeht…

Burda wird Hauptaktionär von Xing

Der Münchner Verlag Hubert Burda Media übernimmt für 48,3 Mio. Euro 25,1% der Anteile an Xing und wird damit größter Aktionär des Online-Business-Netzwerks. Das Anteilspaket stammt von Xing-Gründer Lars Hinrichs, der nur noch mit 2,6% beteiligt bleibt. „Die Beteiligung ist ein wichtiger Schritt im Zuge des Ausbaus der digitalen Aktivitäten des Unternehmens“, sagte Burda und sicherte sich so einen Fuß in der Tür  im Geschäft mit Online-Stellenbörsen. Diesen Bereich baut Xing derzeit stark aus, beispielsweise mit Instrumenten für Headhunter. Der Umsatz der Hamburger Xing AG stieg zwischen Januar und September um rund 32% auf 33,2 Mio Euro. Dies lag insbesondere an den rund 660.000 zahlenden Premium-Mitgliedern (von insgesamt 8 Mio. Nutzern), durch die fast ein Drittel des Umsatzes erwirtschaftet wurde.

Xing muss sich jetzt gegen den amerikanischen Weltmarktführer LinkedIn zur Wehr setzen, denn als deutsches Soziales Netzwerk gegen einen großen amerikanischen Konkurrenten zu bestehen, ist schwer, wie das Beispiel StudiVZ versus Facebook zeigt. Deshalb plant das Web2.0 Unternehmen neue Applikationen: „Ganz oben wird die Twitter-Integration stehen“, sagte Stefan Groß-Selbeck, Vorstandsvoritzender der Xing AG. Die Funktion soll bald freigeschaltet werden. Ob dies ausreicht um den „Facebook-Effekt“ abzuwenden, bleibt abzuwarten, denn Xing verzeichnet gerade bei den Zugängen von neuen Mitgliedern starke Einbrüche, wobei Konkurrent LinkedIn genau hierauf den Fokus setzt.

Coca-Cola mit größter Marketing-Aktion im Web2.0

Coca-Cola will für seine bisher größte Web2.0 Kampagne „Expedition 206“ drei junge Menschen als „Glücksbotschafter“ ein Jahr lang die Welt bereisen lassen. Während ihrer Tour durch alle 206 Länder, in denen der Getränkehersteller 2010 vertreten sein wird, werden die drei Botschafter ihre Eindrücke mit Fotos, Videos und Updates auf Flickr, YouTube, Facebook und Twitter dokumentieren und damit in Echtzeit von Fans weltweit verfolgt werden können. Dabei haben die Reisenden eine Mission zu erfüllen: Sie sollen herausfinden, was Menschen in verschiedensten Ländern der Erde glücklich macht. Gestern gab Coca-Cola die Sieger bekannt, die nun auf Reisen gehen dürfen, nachdem Online-Wähler aus aller Welt die Kandidaten selbst bestimmen und wählen konnten. Voraussetzung war allerdings, dass die „Happiness Ambassadors“ selbst aktive Web2.0 User sind und eine breite Online-Fanbasis haben. Auf ihrer Reise, die am 1. Januar 2010 in Madrid startet, werden die Drei verschiedene Events besuchen und promoten, wie z.B. die FIFA Weltmeisterschaft in Süd Afrika, die Olympischen Winterspiele in Vancouver, die Expo in Shanghai, aber auch gesponserte Events wie der 20. Geburtstag von McDonald´s in Russland. Fans bestimmen ebenfalls online als „virtuelles Reisebüro“ die Route mit und geben an, was am jeweiligen Zielort zu tun und wer zu besuchen ist.

Coca-Cola hat mit dieser Kampagne deutlich gemacht, dass sie das Prinzip von Social Media verstanden haben: Nicht ihnen gehört die Marke, sondern den Konsumenten. Die 3 vorbildlichsten unter ihnen sollen die Glücksbotschaft verbreiten. Clyde Tuggle, Senior Vice President Global Public Affairs and Communications der Coca-Cola Company, bekräftigte, dass in der Kundenkommunikation Authentizität, Verantwortung und Transparenz Schlüsselfaktoren seien und durch die Expedition 206 voll und ganz zum Tragen kommen. Diese Aktion dürfte dem größten Getränkeunternehmen der Welt einen zusätzlichen Verkaufsschub bescheren und seine Absatzmenge von 1,6 Milliarden Portionen pro Tag durchaus noch vergrößern.

Twitter + Wikipedia = Twick.it

„Fasse Dich kurz!“ lautet die Devise von Twick.it. Das neue Web2.0 Projekt kreiert eine Art Mini-Wikipedia im Twitter-Format. In der Enzyklopädie Twick.it darf man nur Beiträge schreiben, die nicht länger als ein Tweet sind, d.h. maximal 140 Zeichen enthalten. Diese sogenannten Twicks können, im Gegensatz zu Wikipedia-Einträgen, nicht editiert werden. Allerdings darf jeder User seine eigene Erklärung verfassen, die dann von anderen Nutzern bewertet werden kann. Je besser die Bewertung, desto weiter oben im Ranking erscheint der Beitrag. Eine semantische Analyse-Funktion erkennt zudem thematisch verwandte Einträge und stellt diese als Tag-Cloud oder Wissensbaum übersichtlich dar. Zwar ist Twick.it noch im Beta-Stadium, allerdings können sich User seit letzter Woche registrieren und ihre Twicks posten und mit Links füllen. Ende des Jahres soll die in Siegen entwickelte Erklär-Maschine betriebsbereit sein. Eine spannende Idee, die unserer heutigen nach schnellen Informationen strebenden Gesellschaft Rechnung trägt und dem Informations-Overkill entgegentritt. Vielleicht etwas zu drastisch, denn ob man in 140 Zeichen erklären kann, was der Autarkiefall ist, oder wie man das beste Chili zubereitet, bleibt abzuwarten…

Ford verleiht Autos an Social Media Meinungsführer

Die Marketing-Experten von Ford hatten eine interessante Idee um ihren neuen Ford Fiesta zu promoten: Sie setzten mit ihrer Kampagne „Fiesta Movement“ auf virales Marketing im Netz. 100 ausgewählte junge Fahrer bekommen einen Ford Fiesta für 6 Monate kostenlos geliehen, inklusive Benzin und Versicherung, und sollen nun ihre Erfahrungen mit dem Wagen durch Videos dokumentieren und diese ins Netz stellen. Der Kleinwagen ist erst 2010 zu kaufen und soll speziell eine jüngere Zielgruppe ansprechen. Um die passendsten Tester zu finden, schrieb Ford einen Online-Wettbewerb aus, bei dem die Bewerber zwei Kriterien erfüllen mussten: Sie sollten Meinungsführer im Netz sein, d.h. viele Follower und Freunde auf Social Media Plattformen besitzen und ebenso kreative ansprechende Videos drehen können. Insgesamt wurden über 4000 Videos eingesandt, die man sich online ansehen kann. Schon allein diese Bewerbungsvideos wurden 740.000 mal angeklickt, das YouTube Video „CAUTION-ASIAN DRIVER!“ über 500.000 mal. Die Testfahrer bekommen jeden Monat eine Mission zu den Themen Reisen, Technik, Design, Soziales Engagement, Abenteuer und Unterhaltung, die man sich auf der Seite ansehen kann.

Marken werden zu Stars in Sozialen Netzwerken

Der neueste Digital Brands Experience Report von Razorfish untersuchte, wie sich das Verhältnis zwischen Konsumenten und Marken in einer zunehmend digitalisierten Welt verändert. Wie greifen die Kunden in dieses Verhältnis durch Soziale Medien wie Facebook, Twitter und co. ein und verändern es? Ein interessantes Ergebnis war, dass Marken eine hohe Anziehungskraft im Netz ausüben und oft mehr Fans haben als echte Stars und Sternchen:

  • 40% der User von Facebook und MySpace haben sich dort als Fan einer Marke eingetragen
  • 26% sind einer Marke bei Twitter gefolgt
  • 20% aller Tweets enthalten einen Markennamen

Eine weitere Erkenntnis war, dass Konsumenten eine Interaktion durchaus begrüßen. Sie wollen allerdings keine „Berieselung“, sondern echte Interaktion wie beispielsweise Videos einer Marke sehen, diese an Freunde weiterleiten und bei Online-Spielen teilnehmen. Echte Deals sind ihnen wichtig, d.h. sie wollen exklusive Angebote nutzen und nicht ergebnislose Konversation. Konsumenten greifen nun aktiv in die Markengestaltung ein: 73% haben schon einmal eine Markenbewertung online gestellt. Marken müssen nicht mehr nur für etwas stehen oder etwas sagen, sondern etwas tun. Wie wichtig der Markenauftritt im Netz ist, zeigen diese Zahlen:

  • 65% sagen, ihre Begegnung mit einer Marke im Netz habe ihre Meinung über die Marke verändert
  • 97% sind der Meinung, diese Online-Erfahrung habe ihr Kaufverhalten tatsächlich beeinflusst
  • 64% geben an, nach der Online-Recherche ihren ersten Kauf getätigt zu haben

Die Studie zeigt: Online-Erfahrungen werden zur neuen Werbung und Marketing. Vielleicht müssen wir uns ja dann endlich keiner nervigen Fernsehwerbung mehr aussetzen…

Soziale Netzwerke in Deutschland wachsen

Die Sozialen Netzwerke in Deutschland erreichen einen neuen Nutzer-Höchststand: 26,4 Millionen aktive Nutzer klinken sich monatlich in Online Communitys wie Facebook, StudiVZ und Co. ein. Das sind 3,6 Millionen User mehr als noch vor einem Jahr. Laut einer aktuellen Studie des Marktforschungsinstituts ComScore ist das beliebteste deutsche Netzwerk im 3 Quartal 2009 das der VZnet Netzwerke mit den Seiten StudiVZ, SchülerVZ und MeinVZ. Pro Monat nutzen im Durchschnitt 14,6 Millionen diesen Dienst. Auf Rang zwei befindet sich das zur RTL-Gruppe gehörende Angebot wer-kennt-wen.de mit 6,2 Millionen Nutzern. Facebook folgt mit 5,6 Millionen Usern und konnte seine Community damit innerhalb eines Jahres verdreifachen. MySpace rangiert auf Platz vier mit 5,1 Millionen Mitglieder, danach folgt Windows Live mit 3,3 Millionen. Xing konnte ebenfalls stark zulegen: Laut Studie verdoppelten sich innerhalb eines Jahres dessen Userzahlen auf 2 Millionen. Klarer Gewinner ist jedoch der Microblogging-Dienst Twitter: Mit 1,8 Millionen deutschen Nutzern zählt Twitter 25 mal mehr Follower als noch vor einem Jahr. Weltweit werden laut Pingdom jeden Tag mehr als 27 Millionen Tweets gepostet. Allerdings stagniert dessen Wachstum seit einigen Monaten, so eine aktuelle Studie von Compete.

Auch Unternehmen zeigen mittlerweile verstärkt Interesse an Sozialen Netzwerken. Eine aktuelle weltweite Umfrage des Consultingunternehmens Deloitte zeigt, dass 94% der 400 befragten Betriebe verstärkt in Social Media Maßnahmen investieren. Hauptgründe seien die Generierung neuer Ideen, Stärkung der Markenbekanntheit, Erhöhung der Kundenbindung sowie die Nutzung viraler Effekte im Marketing.

Hier die Top Ten der deutschen Social Media Plattformen:

Social Media Nutzer in Deutschland

Konferenzen mit Google Wave

War Twitter bisher sehr praktisch, was Konferenzen betrifft (durch Nachlesen, was Zuhörer währenddessen dachten als Feedback für  Vortragende, Info für Teilnehmer oder auch Nichtteilnehmer), könnte dieser Kommunikationsweg bald nicht mehr beschritten werden. Google Wave scheint sich als deutlich vorteilhafter zu erweisen. Auf der eComm Konferenz wurde das neue Tool getestet. Alle Teilnehmer erhielten Google Wave Accounts und konnten während der Präsentation „waven“. Das Resultat stellt Charlie Osmond sehr anschaulich in seinem Blog FreshWorks dar. Im Gegensatz zu einem unverbundenen Tweet-Stream, wie es bei Twitter der Fall ist, ergibt sich bei Google Wave eine wikipedia-ähnliche Seite. Anmerkungen entwickeln sich im Laufe der Präsentation zu übersichtlichen Punkten. Die Qualität des Ergebnisses hängt sicherlich mit der Anzahl der Wave-Teilnehmer zusammen, weshalb wir auf eine baldige flächendeckende Wave-Einführung hoffen.