Coca-Cola mit größter Marketing-Aktion im Web2.0

Coca-Cola will für seine bisher größte Web2.0 Kampagne „Expedition 206“ drei junge Menschen als „Glücksbotschafter“ ein Jahr lang die Welt bereisen lassen. Während ihrer Tour durch alle 206 Länder, in denen der Getränkehersteller 2010 vertreten sein wird, werden die drei Botschafter ihre Eindrücke mit Fotos, Videos und Updates auf Flickr, YouTube, Facebook und Twitter dokumentieren und damit in Echtzeit von Fans weltweit verfolgt werden können. Dabei haben die Reisenden eine Mission zu erfüllen: Sie sollen herausfinden, was Menschen in verschiedensten Ländern der Erde glücklich macht. Gestern gab Coca-Cola die Sieger bekannt, die nun auf Reisen gehen dürfen, nachdem Online-Wähler aus aller Welt die Kandidaten selbst bestimmen und wählen konnten. Voraussetzung war allerdings, dass die „Happiness Ambassadors“ selbst aktive Web2.0 User sind und eine breite Online-Fanbasis haben. Auf ihrer Reise, die am 1. Januar 2010 in Madrid startet, werden die Drei verschiedene Events besuchen und promoten, wie z.B. die FIFA Weltmeisterschaft in Süd Afrika, die Olympischen Winterspiele in Vancouver, die Expo in Shanghai, aber auch gesponserte Events wie der 20. Geburtstag von McDonald´s in Russland. Fans bestimmen ebenfalls online als „virtuelles Reisebüro“ die Route mit und geben an, was am jeweiligen Zielort zu tun und wer zu besuchen ist.

Coca-Cola hat mit dieser Kampagne deutlich gemacht, dass sie das Prinzip von Social Media verstanden haben: Nicht ihnen gehört die Marke, sondern den Konsumenten. Die 3 vorbildlichsten unter ihnen sollen die Glücksbotschaft verbreiten. Clyde Tuggle, Senior Vice President Global Public Affairs and Communications der Coca-Cola Company, bekräftigte, dass in der Kundenkommunikation Authentizität, Verantwortung und Transparenz Schlüsselfaktoren seien und durch die Expedition 206 voll und ganz zum Tragen kommen. Diese Aktion dürfte dem größten Getränkeunternehmen der Welt einen zusätzlichen Verkaufsschub bescheren und seine Absatzmenge von 1,6 Milliarden Portionen pro Tag durchaus noch vergrößern.

Twitter + Wikipedia = Twick.it

„Fasse Dich kurz!“ lautet die Devise von Twick.it. Das neue Web2.0 Projekt kreiert eine Art Mini-Wikipedia im Twitter-Format. In der Enzyklopädie Twick.it darf man nur Beiträge schreiben, die nicht länger als ein Tweet sind, d.h. maximal 140 Zeichen enthalten. Diese sogenannten Twicks können, im Gegensatz zu Wikipedia-Einträgen, nicht editiert werden. Allerdings darf jeder User seine eigene Erklärung verfassen, die dann von anderen Nutzern bewertet werden kann. Je besser die Bewertung, desto weiter oben im Ranking erscheint der Beitrag. Eine semantische Analyse-Funktion erkennt zudem thematisch verwandte Einträge und stellt diese als Tag-Cloud oder Wissensbaum übersichtlich dar. Zwar ist Twick.it noch im Beta-Stadium, allerdings können sich User seit letzter Woche registrieren und ihre Twicks posten und mit Links füllen. Ende des Jahres soll die in Siegen entwickelte Erklär-Maschine betriebsbereit sein. Eine spannende Idee, die unserer heutigen nach schnellen Informationen strebenden Gesellschaft Rechnung trägt und dem Informations-Overkill entgegentritt. Vielleicht etwas zu drastisch, denn ob man in 140 Zeichen erklären kann, was der Autarkiefall ist, oder wie man das beste Chili zubereitet, bleibt abzuwarten…

Ford verleiht Autos an Social Media Meinungsführer

Die Marketing-Experten von Ford hatten eine interessante Idee um ihren neuen Ford Fiesta zu promoten: Sie setzten mit ihrer Kampagne „Fiesta Movement“ auf virales Marketing im Netz. 100 ausgewählte junge Fahrer bekommen einen Ford Fiesta für 6 Monate kostenlos geliehen, inklusive Benzin und Versicherung, und sollen nun ihre Erfahrungen mit dem Wagen durch Videos dokumentieren und diese ins Netz stellen. Der Kleinwagen ist erst 2010 zu kaufen und soll speziell eine jüngere Zielgruppe ansprechen. Um die passendsten Tester zu finden, schrieb Ford einen Online-Wettbewerb aus, bei dem die Bewerber zwei Kriterien erfüllen mussten: Sie sollten Meinungsführer im Netz sein, d.h. viele Follower und Freunde auf Social Media Plattformen besitzen und ebenso kreative ansprechende Videos drehen können. Insgesamt wurden über 4000 Videos eingesandt, die man sich online ansehen kann. Schon allein diese Bewerbungsvideos wurden 740.000 mal angeklickt, das YouTube Video „CAUTION-ASIAN DRIVER!“ über 500.000 mal. Die Testfahrer bekommen jeden Monat eine Mission zu den Themen Reisen, Technik, Design, Soziales Engagement, Abenteuer und Unterhaltung, die man sich auf der Seite ansehen kann.

Marken werden zu Stars in Sozialen Netzwerken

Der neueste Digital Brands Experience Report von Razorfish untersuchte, wie sich das Verhältnis zwischen Konsumenten und Marken in einer zunehmend digitalisierten Welt verändert. Wie greifen die Kunden in dieses Verhältnis durch Soziale Medien wie Facebook, Twitter und co. ein und verändern es? Ein interessantes Ergebnis war, dass Marken eine hohe Anziehungskraft im Netz ausüben und oft mehr Fans haben als echte Stars und Sternchen:

  • 40% der User von Facebook und MySpace haben sich dort als Fan einer Marke eingetragen
  • 26% sind einer Marke bei Twitter gefolgt
  • 20% aller Tweets enthalten einen Markennamen

Eine weitere Erkenntnis war, dass Konsumenten eine Interaktion durchaus begrüßen. Sie wollen allerdings keine „Berieselung“, sondern echte Interaktion wie beispielsweise Videos einer Marke sehen, diese an Freunde weiterleiten und bei Online-Spielen teilnehmen. Echte Deals sind ihnen wichtig, d.h. sie wollen exklusive Angebote nutzen und nicht ergebnislose Konversation. Konsumenten greifen nun aktiv in die Markengestaltung ein: 73% haben schon einmal eine Markenbewertung online gestellt. Marken müssen nicht mehr nur für etwas stehen oder etwas sagen, sondern etwas tun. Wie wichtig der Markenauftritt im Netz ist, zeigen diese Zahlen:

  • 65% sagen, ihre Begegnung mit einer Marke im Netz habe ihre Meinung über die Marke verändert
  • 97% sind der Meinung, diese Online-Erfahrung habe ihr Kaufverhalten tatsächlich beeinflusst
  • 64% geben an, nach der Online-Recherche ihren ersten Kauf getätigt zu haben

Die Studie zeigt: Online-Erfahrungen werden zur neuen Werbung und Marketing. Vielleicht müssen wir uns ja dann endlich keiner nervigen Fernsehwerbung mehr aussetzen…

Soziale Netzwerke in Deutschland wachsen

Die Sozialen Netzwerke in Deutschland erreichen einen neuen Nutzer-Höchststand: 26,4 Millionen aktive Nutzer klinken sich monatlich in Online Communitys wie Facebook, StudiVZ und Co. ein. Das sind 3,6 Millionen User mehr als noch vor einem Jahr. Laut einer aktuellen Studie des Marktforschungsinstituts ComScore ist das beliebteste deutsche Netzwerk im 3 Quartal 2009 das der VZnet Netzwerke mit den Seiten StudiVZ, SchülerVZ und MeinVZ. Pro Monat nutzen im Durchschnitt 14,6 Millionen diesen Dienst. Auf Rang zwei befindet sich das zur RTL-Gruppe gehörende Angebot wer-kennt-wen.de mit 6,2 Millionen Nutzern. Facebook folgt mit 5,6 Millionen Usern und konnte seine Community damit innerhalb eines Jahres verdreifachen. MySpace rangiert auf Platz vier mit 5,1 Millionen Mitglieder, danach folgt Windows Live mit 3,3 Millionen. Xing konnte ebenfalls stark zulegen: Laut Studie verdoppelten sich innerhalb eines Jahres dessen Userzahlen auf 2 Millionen. Klarer Gewinner ist jedoch der Microblogging-Dienst Twitter: Mit 1,8 Millionen deutschen Nutzern zählt Twitter 25 mal mehr Follower als noch vor einem Jahr. Weltweit werden laut Pingdom jeden Tag mehr als 27 Millionen Tweets gepostet. Allerdings stagniert dessen Wachstum seit einigen Monaten, so eine aktuelle Studie von Compete.

Auch Unternehmen zeigen mittlerweile verstärkt Interesse an Sozialen Netzwerken. Eine aktuelle weltweite Umfrage des Consultingunternehmens Deloitte zeigt, dass 94% der 400 befragten Betriebe verstärkt in Social Media Maßnahmen investieren. Hauptgründe seien die Generierung neuer Ideen, Stärkung der Markenbekanntheit, Erhöhung der Kundenbindung sowie die Nutzung viraler Effekte im Marketing.

Hier die Top Ten der deutschen Social Media Plattformen:

Social Media Nutzer in Deutschland

Konferenzen mit Google Wave

War Twitter bisher sehr praktisch, was Konferenzen betrifft (durch Nachlesen, was Zuhörer währenddessen dachten als Feedback für  Vortragende, Info für Teilnehmer oder auch Nichtteilnehmer), könnte dieser Kommunikationsweg bald nicht mehr beschritten werden. Google Wave scheint sich als deutlich vorteilhafter zu erweisen. Auf der eComm Konferenz wurde das neue Tool getestet. Alle Teilnehmer erhielten Google Wave Accounts und konnten während der Präsentation „waven“. Das Resultat stellt Charlie Osmond sehr anschaulich in seinem Blog FreshWorks dar. Im Gegensatz zu einem unverbundenen Tweet-Stream, wie es bei Twitter der Fall ist, ergibt sich bei Google Wave eine wikipedia-ähnliche Seite. Anmerkungen entwickeln sich im Laufe der Präsentation zu übersichtlichen Punkten. Die Qualität des Ergebnisses hängt sicherlich mit der Anzahl der Wave-Teilnehmer zusammen, weshalb wir auf eine baldige flächendeckende Wave-Einführung hoffen.

Amazon startet mit Sozialen Netzwerken

Auch Amazon hat nun die gewinnbringenden Nutzungsmöglichkeiten von Social Media entdeckt. Durch die Einbindung von Twitter hofft das amerikanische Online-Versandhaus, neue Absatzwege zu erschließen. Wer als Twitter-Nutzer bei Amazon das Feature „Auf Twitter veröffentlichen“ verwendet, kann eine vorbereitete Nachricht der jeweiligen Amazon-Webseite auf seinem Twitter-Profil veröffentlichen. Klicken nun andere Twitter Nutzer auf den Link in diesem Tweet, gelangen sie direkt zur entsprechenden Amazon-Seite. Wenn die User dort anschließend einen Artikel kaufen, erhält der erfolgreiche Werber dafür eine Werbekostenerstattung (bis zu 10% des Artikelpreises). Eine interessante Maßnahme, die durchaus Erfolg haben könnte. Hoffentlich wird dabei allerdings nicht aus jedem Twitterprofil eine Werbeplattform…

Persönliche Zwitscher-Zeitung

Das neue Projekt Twittertim.es erstellt dir deine persönliche Zeitung – nur mit News, über die deine Twitter-Kontakte diskutieren. Grundgedanke dabei: Wir werden mit Informationen regelrecht überflutet. Uns fällt es zunehmend schwerer, die für uns relevanten Nachrichten zu filtern. Warum diesen Filter-Vorgang nicht durch Twitter-Freunde ausführen lassen? Schließlich sind wir ihre Follower und haben Dinge, die sie berichten, für interessant befunden. Twittertim.es durchsucht nun deren Posts und findet die inhaltlich dazugehörigen News- und Blogartikel. Diese werden dann exklusiv in deiner Twitter Times zusammengestellt und halbstündig aktualisiert. Dabei werden nicht nur die Inhalte deiner direkten Follower ausgewertet, sonder auch die Posts von deren Follower. Eine Sortierung nach Datum und Häufigkeit der Tweets wird ebenfalls vorgenommen. Nach der Lektüre seiner Zeitung kann man somit fachkundig mitdiskutieren. Die Online-Zeitung ist zwar noch in der Testphase, weshalb nur RSS-Seiten durchsucht werden, jedoch soll sich dies bald ändern. Wir warten schon gespannt darauf, dass Facebook diese Idee aufgreift…

Werbebranche hat entscheidende Trends verschlafen

Die aktuellen Probleme der Werbebranche können nur durch eine radikale Veränderung der Branche und Umdenken der Kommunikationsexperten gelöst werden. So sieht es zumindest Michael Schröder, Kommunikationsprofi und Organisator des 37. Deutschen Marketing-Tages. Viele Unternehmen und Agenturen denken seiner Meinung nach zu altmodisch und werden durch Kommunikationsexperten falsch beraten. Das Paradigma der breit gestreuten Werbung birgt Probleme, da durch wahllose Schaltung eine immer differenziertere Zielgruppe nicht mehr erreicht wird. Hier werden fein abgestimmte Kampagnen auf vielen Kanälen benötigt um die Kunden zu erreichen. Mittlerweile herrscht jedoch eine große Entfremdung zwischen Kunde und Unternehmen. Die Konzerne verlieren die Zielgruppe aus den Augen, da sie die Sozialen Medien nicht ernst nehmen und kein Geld in deren Erforschung investieren. Sie schrecken vor der Herausforderung zurück, mit der Schnelllebigkeit dieser Kommunikationskanäle mitzuhalten. Doch Marken können nur überleben, wenn sie genau das können: auf aktuelle Diskurse sofort reagieren. Echtzeit-Marketing ist das Schlüsselwort. Sogenannte Online-Monitoring-Systeme beispielsweise, die stundenaktuell die Diskurse über die Marken auswerten, existieren zwar bereits, jedoch fehlen Erfahrungswerte im Umgang mit den gewonnenen Erkenntnissen. Wer es jedoch schafft, diese richtig zu interpretieren hat einen klaren Wettbewerbsvorteil. Dies haben Nischenanbieter geschafft: Es gibt mittlerweile viele hoch spezialisierte Start-ups aus der Online-Welt, die sich mit den neuen Kommunikationsformen befassen. Herkömmliche PR- und Marketing-Agenturen geraten somit enorm unter Druck. Deren klassischer top-down-Ansatz funktioniert nicht mehr, da sie die wichtige Fähigkeit des Zuhörens nicht beherrschen. Gerade dies ist aber entscheidend: Ein Dialog auf Augenhöhe mit der Zielgruppe, bei welchem Nutzerkritik nicht als Angriff sondern als Anregung zur Verbesserung aufgefasst wird. Die Unternehmen müssen akzeptieren, dass Marken zum Allgemeingut werden und die Kunden deren Wahrnehmung mitformen. In der Markenwelt bricht nun das Zeitalter der Demokratie an.

Das perfekte Auto dank Social Networking

Der Trend, sich vor Kaufentscheidungen im Internet zu informieren und auf Empfehlungen anderer User zu verlassen zeigt sich an der neuen Auto-Webseite Honk. Die „Soziale Plattform für Autokäufer“ lässt User Autos bewerten, über ihre Erfahrungen berichten und Kaufpreise angeben. Dabei arbeitet die amerikanische Seite mit Facebook und MySpace zusammen: Ab nächster Woche kann man Meinungen von Facebook durch die App „Cars I’ve Owned“ direkt auf Honk posten. Herzstück von Honk ist seine „Empfehlungsmaschine“: Man gibt Alter, Geschlecht, Lebensphase oder Hobbys an, ob man ein gebrauchtes oder neues Auto sucht und welchen Preis man für das Auto zahlen würde. Honk ermittelt anschließend das passende Auto für dich in deiner Nähe und liefert Händlerangaben zum sofortigen Kauf gleich mit dazu. Damit der Händler dir keinen überteuerten Wagen verkauft, werden ebenfalls die Preise angezeigt, die in deiner Region für das Auto gezahlt wurden.