Digitale Reife

Abstract

Die mangelnde digitale Reife in Deutschland ist Ursache für seine international zweitklassige IT-Position. Aber digitale Reife hat nichts mit modernen Geräten und üppiger Bandbreite zu tun. Die Ursachen des Mangels stecken in unseren Köpfen.

Die folgenden drei Beispiel zeigen einmal mehr: die wichtigste Zukunfstinvestition in Deutschland muss der digitalen Reife gelten.

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Hassreden werden nicht weniger

Hassreden sind weiterhin ein großes Thema in der öffentlichen Diskussion. Alle sind natürlich dagegen und entsprechend entrüstet. Und alle wollen sie was dagegen unternehmen, durchgreifen, aufräumen, löschen, Konten sperren und so weiter.

Aber im normalen Social Buzz sieht man davon noch herzlich wenig. Der pöbelt weiter munter vor sich hin. In diesen Tagen nimmt das Volumen sogar wieder zu.

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Hassreden nehmen zu nach IS-Terror

Ortstafel Rassismus Nein Danke!Das Thema „Hassreden“ ist seit einiger Zeit in der öffentlichen Diskussion. Oft steht dabei Facebook am Pranger. Hauptvorwurf (mit ministerlichem Segen): sie tun zu wenig, um das zu unterbinden.

Doch es geht durchaus nicht nur um Facebook, auch andere Formate der Social-Media-Landschaft (Twitter, Blogs, Foren) zeigen bei Hassreden ihr hässliches Gesicht.

Vor einigen Wochen habe ich einen „Hassreden-Scanner“ aufgesetzt. Mich interessierte, von welchem Volumen wir da eigentlich reden, wo besonders viele solcher Reden anzutreffen sind und welche Gruppen besonders angegriffen werden.

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Koppelungsverbot – Facebook nicht mehr kostenlos?

Data and MoneyEin alter Spruch sagt: Geld allein macht nicht glücklich – es gehören auch Aktien und Grundstücke dazu. Heute müsste man besser ergänzen: es gehören auch Stammdaten und persönliche Merkmale vieler Privatpersonen dazu.

Denn schon längst wird der Wert eines New Economy Unternehmens nicht mehr in den klassischen „Assets“ gemessen, Mitarbeiter, Maschinen, Grundstücke, Patente, Beteiligungen. Immer wichtiger ist der laufende Zugang zu aktuellen Personendaten geworden, je mehr desto besser. Der Grund ist einfach: diese Daten lassen sich hervorragend weiter nutzen wie auch verkaufen. Das nennt man dann ein Koppelungsgeschäft.

Kostenlose Services können durch solche Koppelungen also durchaus erfolgreich und lukrativ sein – wie das Beispiel Facebook sehr anschaulich zeigt.

In einem lesenswerten FAZ-Artikel beleuchtet Rolf Schwartmann die Bedeutung dieser neuen Währung „Daten“ und zeigt einen Weg, wie die digitale Transparenz in rechtlichen Einklang gebracht werden kann mit moderner unternehmerischer Wertschöpfung.

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IT-Sicherheit: Sind die Deutschen Pharisäer?

riskyUnvorsichtige Bürger

Vor wenigen Tagen konnte man erfahren: nur jeder vierte Internetnutzer verwendet systematische Methoden zur Passwortverwaltung wie Passwortmanager oder Passwortsafe (BITKOM vom 22.10.14). Und in der FAZ konnte man fast zeitgleich lesen, dass knapp 30% der Internetnutzer aus Sicherheitsgründen auf Online Banking verzichtet, Quelle wiederum BITKOM.

Schaut man auf die andere Seite der Kuchen, auf die anderen jeweils 70-75%, dann stellt man fest: Wie immer man die halben und Viertel-Torten übereinander legt, übrig bleiben rund 50%, die am Online Banking teilnehmen und ihre Passwörter nicht mit den o.g. Tools verwalten und schützen.

Nun ist Online-Banking ja kein Kinderfasching, hier kann man nicht nur versehentlich ein paar peinliche Fotos aus der Sauna oder Joint-Bekenntnisse aus frühen Schultagen den falschen Leuten zugänglich machen. Beim Online Finanzmanagement kann man richtig was versemmeln!

Alles Pharisäer?

Haben wir hier also einen weiteren Beleg für die schizophren-hysterischen Deutschen, die zwar abstrakt und theoretisch sehr viel Angst vor allen möglichen Bedrohungen der IT-Welt äußern (BITKOM: 81% haben Angst vor Ausspähung im Web), die aber, wenn es um das eigene umsichtige und sicherheitsbewusste Datenmanagement geht, sehr nachlässig weil vermutlich bequem sind? Sind wir Deutschen IT-Pharisäer?

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Social Media Aussichten

Social MediaAn Hand der Einkaufspolitik der großen Player am Social Media Markt, und insbesondere der von Facebook, analysiert Rosie Scott in einem Beitrag bei Jeff Bullas die zurückliegenden Phasen und Strategien von Social Media und versucht einen Blick in die Zukunft.

Dabei erkennt Frau Scott in den letzten 10 Jahren 4 Kauf-Phasen in der Facebook Einkaufsstrategie, die sie mit den Entwicklungsphasen des Unternehmens abgleicht. Das ist ganz interessant zu lesen.

Ihre Zukunfts-Prognose überrascht indessen nicht sonderlich: Es wird alles noch mobiler!

Auch wenn also die Social Media Aussichten in Rosies Beitrag eher knapp gezeichnet werden, haben wir doch einiges Erwähnenswerte darin entdeckt. Lesen Sie hier, was im Einzelnen:

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Googles Loon – Ballon oder Seifenblase?

BallonGoogle hat letzte Woche in Neuseeland sein Projekt „Loon“ vorgestellt. Es ist allerdings ziemlich „looney“, auf deutsch verrückt. Welche Realisierungschancen hat es?

Doch zunächst in aller Kürze: Was ist Googles Loon eigentlich?

„Loon“ ist der englische Name für eine Vogelart, für den Taucher, zum Beispiel den Prachttaucher oder den Eistaucher (arctic loon, common loon). Mit „loon“ werden  außerdem Spinner, Verrückte bezeichnet.

Schließlich: es ist die zweite Silbe von „balloon“ – und das ist wohl die entscheidende Herleitung in diesem Fall.

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Social Media Budgets in Europa: + 18% p.a. – wenn nicht…

Nach einem Bericht von Forrester wachsen die  Social Media Budgets in Europa in den nächsten 5 Jahren um 17,6% p.a.

(Die volle Studie ist kostenpflichtig ($499), wir berichten hier nur von den veröffentlichten Eckdaten.)

2012 lagen die Ausgaben noch bei 1,4 Mrd. €, für 2017 sind 3,2 Mrd. prognostiziert. Für UK wurden länderspezifische Daten bereits veröffentlicht, es ist davon asuzugehen, dass solche Werte auch für die anderen großen Märkte vorliegen und in der Vollversion ersichtlich sind.

Haupttreiber des deutlichen Wachstums sind aus Forresters Sicht:

  • Stark wachsende Anzahl adressierbarer Endgeräte
  • Wachsendes Interesse / steigende Bereitschaft der Europäer, diese auch entsprechend zu nutzen
  • Anhaltende Konsolidierung der Social-Network-Landschaft in Europa
  • Steigerung der Anzahl der Europäer, die sozialen Netzwerken beitreten

Hauptbremser sind hingegen

  • Kommende EU-weite Regelungen zum Datenschutz (2016)
  • Besorgnis der Konsumenten über die von sozialen Netzen gespeicherten privaten Daten
  • Verständnis-Probleme der Marketing-Verantwortlichen den ROI betreffend.

130509 SM Budgets EU

Forrester sieht deshalb 2 Szenarien bis 2017, die am Ende einen Unterschied von knapp 900Mio € ausmachen können.
(In dieser Grafik wurden die vorliegenden Daten mit linearer Steigerung abgebildet, entspricht ggf. nicht der Darstellung von Forrester).

Trotz des allgemeinen großen Interesses an kräftigen jährlichen Budget-Zuwächsen, verbietet sich aus meiner Sicht aber eine Politik der generellen Ver- oder Behinderung der legislativen Anstrengungen für angemessenen Datenschutz. Diese Maßnahmen korrelieren im Kern erkennbar mit den privaten  Sichtweisen und spiegeln vorhandene Besorgnisse und Akzeptanzhürden eher wider bzw. reagieren darauf (einige Exzesse brüsseler Regulierungswut vielleicht ausgenommen).

Primäres Ziel muss es hier vielmehr sein, eine einheitliche Regelung für Europa zu erreichen und nicht die bisherige rechtliche Kakophonie fortzusetzen. Das ist der beste Beitrag für Planungssicherheit und -klarheit und damit für robust wachsende Märkte.

Arbeiten sollten wir „Aktiven“ und mitunter sogar noch Avantgardisten im Social Media Umfeld an der Verbreitung des Social Media Verständnisses im Management. Ich bin zum Beispiel vor zwei Wochen gebeten worden, eine Social Media Strategie zu entwicklen auf Erfolgsbasis, honoriert also per Klick. No comment, nur dies: Hier ist noch viel Unkraut zu jäten und manche Ackerfurche zu ziehen, bis guter Weizen aufgeht.

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Schavan in Twitter

Ich war gerade dabei, ein neues Twitter Tool für die Sentiment-Bewertung auszuprobieren, da kam die Nachricht vom Rücktritt der Ministerin Schavan. Ein gutes Test-Thema, dachte ich, und in der Tat, was sich da zeigte, war ganz interessant.

Dass die Meinungen zum Stichwort „Schavan“ nicht gerade berauschend sein würden, war nicht überraschend. Aber was zwischen 15:25 und 15:35 im Buzz passierte, war schon beachtlich: Die Meinung verdüsterte sich noch einmal dramatisch, als die Rücktrittsmeldung durch alle Newsticker durchgesickert war.

Und sie erholte sich von diesem Einbruch auch innerhalb der nächsten 24h bis jetzt (10.2., 21:20 Uhr) nicht.

130210 Schavan on twitter

Obwohl das also ganz interessant aussieht, muss ich auch Kritisches anmerken zu tweettone:

  • Die filigrane Einteilung in 8 Sentiment-Schattierungen ist eher irreführend. Es ist schon schwer genug, negativ von positiv zu unterscheiden. Wo liegt wirklich die Grenzlinie zwischen Angry und Shame?
  • Zumindest auf der einfachen .com-Seite gibt es keine Dokumentation o.ä., wie genau die Begriffe definiert sind und auch nicht, welcher Zeitraum jeweils gescannt wird. Mein Eindruck: soweit zurück, bis 100 tweets zusammen sind.

Auf der anderen Seite: es ist gratis, da darf man auch mal einfach drauflos searchen.

Wenn Sie noch mehr Gratistools für Social Media sehen wollen: wir pflegen hier eine ganze Liste. Pflegen Sie die doch einfach mit!

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Was die Piraten Partei mit Coca Cola zu tun hat

Seit einigen Wochen begegnet mir der Begriff „liquid“ häufiger.

  • Liquid Feedback System der Piraten Partei
  • Liquid Content, z.B. von Coca Cola

In der aktuellen brandeins ist ein Report über die Synaxon AG, die zur internen Abstimmung mit den Mitarbeitern ebenfalls das LiquidFeedback System verwenden.

Und im letzten Beitrag in diesem Blog wurde Content gefordert, der „liquid and contageous“ ist, wörtlich also flüssig und ansteckend.

Es wird Zeit zu fragen: In welchem Sinne wird hier eigentlich „liquid“ verwendet?

Bei Wikipedia erhält man die bekannten Definitionen und das Projekt „Deutscher Wortschatz“ der Uni Leipzig hilft auf den ersten Blick auch nicht weiter. Immerhin finden wir hier die Interpretation „verfügbar“.

Überraschendes Fundstück am Wegesrand: in der Phonetik sind „Liquide“ solche Konsonanten, die nicht nasal ausgesprochen werden, im Deutschen die Buchstaben „r“ und „l“ (hier nicht weiter relevant, aber gut für die 500.000€-Frage bei Wer wird Millionär?)

Bei der Suche auf englischen Seiten gibt es weitere interessante Objekte für die Botanisiertrommel, eine Werbeagentur, die einfach „liquid“ heißt, ein Musiklabel sowie eine markup-language für eCommerce Shops. Nichts davon hilfreich für unsere Frage, aber immerhin: „liquid“ ist ein beliebtes Wort mit vielen Interpretationen.

Doch was macht das Feedback System der Piraten und von Synaxon so „liquid“? Was bedeutet es, dass Content von Marken wie Coca Cola „liquid“ ist?

Nach einiger Webrecherche kristallisiert sich heraus:

Die Begriffe werden ähnlich verwandt, ganz deckungsgleich sind sie nicht. Ihnen gemeinsam ist die „Interaktion und Kommunikation in asymmetrischen Beziehungen“.

Das LF ist das interaktive Kommunikationssystem für die „Liquide Demokratie“, durch LF wird ein neuer Kommunikationskanal zwischen Abstimmenden und Repräsentanten geöffnet (für mehr Details einfach dem Link unter „LF“ folgen). Was das für eine AG bedeutet und wo man die Grenzen als Vorstandsvorsitzender ziehen muss, ist in dem brandeins-Artikel interessant zu lesen.

Um den Begriff „liquid content“, der aktuell im Social Media an Bedeutung gewinnt, besser zu verstehen, ist das Video von Coca Cola „Content 2020“ sehr anschaulich. Es macht zudem Spaß zuzuschauen. Auch hier geht es um einen neue Kommunikationsqualität, diesmal zwischen Marke einerseits und Markt und Konsumenten andererseits. Der technische „Kanal“ scheint etabliert zu sein, das Internet mit seinen (Social Media-) Portalen – und was bis 2020 an Interaktions-Möglichkeiten noch entstehen mag. Darum geht es im liquid der Marketiers nicht. Für sie ist „liquid“ eine fachliche Qualität, keine technische, „liquid“ steht auf der gleichen Stufe wie „kreativ“.

Jeff Bullas hat es in einem Beitrag sehr schön formuliert: „Das ultimative Marketing Ziel ist es, Content und “Ideen” zu erzeugen, die so ansteckend und sich ausbreitend sind, dass sie nicht kontrolliert werden können. Das ist liquid Content“.

Ich freue mich auf weiteren input von Ihnen zu diesem Thema zu erhalten. Sicher sind wir hier noch nicht am Ende der Bedeutungsklärung angekommen.