Nestlé gibt Internet-Druck von Greenpeace nach

Die Umwelt-Aktivisten haben es mit ihrer Internet-Kampagne geschafft: Aufgrund massiver Online-Proteste, die Greenpeace mithilfe des Web2.0 ins Leben rief, gibt Nestlé nach und verpflichtet sich zu umweltfreundlicherem Einkauf. Der Lebensmittelriese will bestimmte Rohstoffe für seine Produkte nur noch aus nachhaltiger Produktion kaufen. Zunächst sollten beim Einkauf von Palmöl strenge Sozial- und Umweltstandards eingehalten werden, danach dann auch bei Zellstoff und Papier. Greenpeace begrüßte den angekündigten Aktionsplan von Nestlé als „streng und weitgehend“; der Konzern bewege sich damit „in die richtige Richtung“.

Nestlé hatte Mitte März nach Druck von Greenpeace bereits seine Zusammenarbeit mit dem umstrittenen indonesischen Palmölproduzenten Sinar Mas aufgekündigt. Der Umweltschutzorganisation zufolge verletzt Sinar Mas internationale Standards und indonesisches Recht, ist an Landkonflikten beteiligt und rodet wertvolle Regenwälder in Orang-Utan-Gebieten.

„Nestlé, give the Orang Utan a break“ ist eine der erfolgreichsten Online-Kampagnen.

Die Kitkat-Kampagne gilt durch die große Beteiligung von Verbrauchern derzeit als erfolgreichster Umwelt-Protest im Social-Media-Bereich. Dem Aktions-Aufruf von Greenpeace folgten in den letzten zwei Monaten weltweit rund 250.000 Menschen mit einem Online-Protest gegen das umstrittene Palmöl für Nestlé-Produkte. 1,5 Millionen Internetnutzer haben auf ein Video geklickt, das den Zusammenhang zwischen Kitkat und der Vernichtung von Regenwald aufzeigt. 2000 Verbraucher twitterten Forderungen, die Greenpeace in Frankfurt am Main vor der Deutschland-Zentrale von Nestlé auf einer Großbild-Leinwand zeigte. Der Image-Schaden, den Nestlé dadurch davonträgt, ist enorm.

Hier eines der bekanntesten Videos von Greenpeace:
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Volkswagen lässt User Produkte entwickeln

Volkswagen setzt bei der Entwicklung seines nächsten Entertainment-Systems ganz auf Crowdsourcing: Designer, Entwickler und interessierte User können im Rahmen eines offenen Online-Wettbewerbs ihre Ideen einreichen und vorschlagen, was die neuen Apps des VW-Enterntainment-Systems alles können sollen und wie sie auszusehen haben. Im Zentrum steht dabei eine Touch-Screen Konsole im Wagen, die mit Apps ausgestattet werden soll. Die innovativsten Ideen werden anschließend von der Online Community und von einer VW-Jury gewählt. Dem Gewinner winken eine 3.000 € Prämie sowie eine Reise zur Fahrzeugpräsentation. Der 2. und 3. Platz erhalten immerhin noch 2.000 €, bzw. 1.000 €. Doch auch ein 6-monatiges Praktikum bei VW kann gewonnen werden. Der App My Ride Wettbewerb läuft noch bis zum 30. Juni.

Locationbased Marketing bei Diesel im Test

Mit dem Aufkommen des mobilen Internets und Anwendungen wie Foursquare, Brightkite und Gowalla tun sich buchstäblich neue Wege im Marketing auf. Trickr berichtete bereits am 12. Februar über die neuen Anwendungen. Diesel hat die neuen Möglichkeiten nun im Kleinen getestet: Foursquare-User, die  am Testtag innerhalb eines Radius von 3 Blocks rund um den Diesel Vorzeigestore in New York eincheckten, bekamen eine Nachricht, dass es im Store eine Geschenk für sie gibt. Im Laden gab es dann ein speziell bedrucktes T-Shirt. Die Kampagne wurde nicht promotet und lief nur für genau einen Tag. Das Ergebnis: 44 check-ins, 17 Tweets und 20.957 potentielle Leser, die die Tweets erhielten. Die Verantwortlichen sind damit sehr zufrieden und location based marketing scheint tatsächlich ein vielversprechender neuer Weg zum Kunden zu sein.

Veltins mit Verlosungen und Couponing auf Facebook

Die Facebook-Seite Vplus der Brauerei Veltins hat mittlerweile 2.600 Fans gesammelt. Durch extrem viele Aktionen, Verlosungen und Couponing-Maßnahmen innerhalb des Sozialen Netzwerks dürften es aber schnell mehr werden.  So animiert zum Beispiel die Aktion „V+SammelVieber“ die User dazu, fleißig Vplus zu trinken, denn die Codes in den Kronkorken können gesammelt und online auf der Seite eingegeben werden. Insgesamt werden dabei 1 Mio. Preise verlost. Um speziell Studenten für die Marke zu begeistern, wurde eine besondere Aktion gestartet: 5 WG-Partys stehen zur Verlosung. Dafür müssen sich die Wohngemeinschaften mit Fotos und Videos bewerben und der Bewertung anderer User stellen.

Social Media verspricht CallCenter-Branche Wachstum

Das Social Media-Marketing (SMM) erfährt aktuell einen Siegeszug in den Bereichen Kundenbetreuung, Imagepflege und Akquise. Facebook, Twitter und Co. bieten einen sehr direkten Kundendialog und dadurch den Vorteil, sofort auf positives als auch auf negatives Feedback zu reagieren.

Für die Call Center Branche bedeutet das: Aus dem klassischen Call Center-Mitarbeiter wird der Service-Agent 2.0. Er ist ein multimedialer Betreuer und nutzt verschiedene Dialoginstrumente wie Telefon, Twitter, Blogs & Co gleichermaßen. Denn die Kommunikation zwischen Kunden und Unternehmen hat sich durch Social Media stark verändert. Der Kundendialog verlagert sich zunehmend in die Öffentlichkeit: Beschwerden, Lob und Empfehlungen werden bewusst öffentlich gemacht. Darauf müssen sich Unternehmen einstellen. Ein erschreckend hoher Anteil der deutschen Unternehmen hinkt jedoch den neuen Anforderungen durch Social Media hinterher. Studien und Leitmessen bestätigen den Trend, dass trotz der rasanten globalen Entwicklung des Internets 30% der Call Center-Dienstleister in ihrer täglichen Arbeit nach wie vor gar nicht mit Kundenkommunikation 2.0 in Berührung kommen. Von den verbleibenden 70%, bewegen sich lediglich 3% in der Welt des interaktiven Kundendialoges. Diese Zahlen verdeutlichen das immense Umsatz- und Wachstums-Potential im Umgang mit Social Media-Marketing.

Dabei bietet Social Media extrem viele Vorteile, was die Kundenbetreuung betrifft:  Diese Form des kostengünstigen, professionellen und auch unkomplizierten Customer Care vertieft die bestehende Kundenbindung. Gleichzeitig schafft SMM zielgruppenaffine Reichweite, wodurch die Neukundengewinnung gefördert wird. Die eigene Marke wird transparent – Erfahrungen und Wissen können mit Kunden und Partnern problemlos ausgetauscht werden.

Dieser digitale Kundendialog erfordert deshalb eine zeitgemäße Weiterentwicklung des Call Center-Mitarbeiters. Unternehmen sollten keine  Angst vor dem öffentlichen Dialog haben, sondern neuen Chancen und Entwicklungen nutzen.

LG sammelt Leads auf Facebook

Der Elektronikhersteller LG hat eine besondere Facebook-Anwendung gestartet. Mit dem Tool „Countdown“ können User ein Ereignis posten, auf das sie sich freuen. Man gibt zusätzlich zum Text noch einen Countdown ein, der am Rand des persönlichen Profils angezeigt wird –und somit jedem Freund sichtbar ist. Wer mitmacht, kann verschiedene Preise wie Fernseher, Kühlschränke oder Handys gewinnen. Fans und Nicht-Fans von LG können daran teilnehmen. Einzige Voraussetzung: Man muss seine Email-Adresse angeben. Zusätzlich zeigt eine große Countdown-Anzeige alle „Vorfreuden“ der User an, die bewertet und nach Ablaufzeit sortiert werden können. So sammelt LG Meinungen und Wünsche der User ein.

Labello lässt auf Facebook Stifte designen

Die Facebook-Seite der Beiersdorf-Marke Labello hat etwa 15.000 Fans. Um als Marke auf der Plattform Erfolg zu haben, sind laut Experten mindestens 1000 Fans notwendig. Erst ab dieser Zahl ist die kritische Masse für die notwendige Breitenwirkung erreicht. Dies hat Labello problemlos erreicht. Mithilfe eines neuen Tools, gewinnt die Marke allerdings zusätzlich Einblicke in die Zielgruppe: Wer auf den Reiter „Labello Designer“ klickt, kommt auf eine Seite, wo User ihren Labello-Stift individuell gestalten können. In der Galerie lassen sich die Designs bewerten und an Freunde schicken. Ein interessantes Tool, um sich einen Überblick zu verschaffen, welche Designs in der Zielgruppe ankommen.

Telekom baut Twitter zum Servicekanal aus

Es könnte zu einem branchenübergreifenden Signal werden. Die Telekom baut Twitter zum Servicekanal aus. Unter Telekom_hilft bietet der Telekommunikationsanbieter seit gestern den Kunden ausdrücklich Support an. Bislang hatte die Telekom bei Twitter verschiedene Accounts vor allem für Promotion und Öffentlichkeitsarbeit genutzt. Nun bietet ein Service-Team via Twitter auch Kundendienst an. „In der festen Überzeugung, dass Service mit 140 Zeichen geht“, heißt es dazu im Profil.
 
Der Schritt dürfte im Hintergrund eine Menge Arbeit erfordern. Immerhin können sich via Twitter sowohl Privat- als auch Geschäftskunden an den Konzern wenden, ohne dass auf Anhieb eine Zuordnung möglich ist. Hinzu kommt: Mit der Zusammenführung von Festnetz und Mobilfunk unter dem Prokjektnamen One Company können in 140 Zeichen Anfragen aus allen Bereichen über den Mikrobloggingdienst auf den Konzern hereinbrechen. Gleich sieben Mitarbeiter twittern denn auch in dem neuen Servicekanal, was allerdings zu wenig sein könnte.
 
Der Aufwand bei der Feedback-Abwicklung und die Erwartungen an die Echtzeit-Kommunikation dürften Gründe dafür sein, dass andere Großkonzerne ihre Twitter-Aktivitäten bislang bewusst nicht als Servicekanal für Kundenanfragen hervorheben.  So billigt beispielsweise Hubert Frach, Vice President Marketing bei Lufthansa, dem Account @Lufthansa_de nur eine Scharnierfunktion zu. „Wir bemühen uns um Feedback. Aber als Servicekanal ist der Account nicht gedacht.“
  
Den Telekom-Service bei Twitter gibt es vorerst auch nicht rund um die Uhr, sondern nur montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr. Auch werden die Nutzer gebeten, keine personenbezogenen Daten zu posten. Für den Datenaustausch – und wohl auch für kompliziertere Fälle – gibt es dann eine E-Mail für die weitere Bearbeitung. 140 Zeichen dürften also doch nicht immer ausreichen. Immerhin: Das neue Angebot wird im Web schnell verbreitet und genutzt. Telekom hilft hat nach einem Tag bereits über 1000 Follower.

Personalisierter Wurstmix aus dem Internet

Hier bekommt jeder seine Extrawurst: Auf wurstmixx.de können sich Kunden zu einer Basiswurst verschiedene Zutaten aussuchen, die dann als personalisierte Version auch wirklich produziert und ins Haus geliefert wird. Wie wäre es z.B. mit Leberkäse mit Chili, Pfeffer und Meerrettich oder mit Gelbwurst mit Rosenblütenblättern? Und das ist noch harmlos. Die Idee zu diesem „Wurstkonfigurator“ stammt von der fränkischen Metzgerei Böbel in Rittersbach. Zur Auswahl stehen 20 verschiedene Basis-Wurstsorten, z.B. Lyoner, Grillwürstchen und Salami. In diese Würste kann der Kunde dann aus mehr als 70 Zutaten folgender Kategorien wählen: Gemüse, Gewürze & Kräuter, Nüsse & Körner, Nudeln & mehr, Süßes & Obst sowie Käse & Fisch. Die Produktion erfolgt dann in der Metzgerei von Claus Böbel und wird dem Kunden geliefert. Und das schon ab einem Stück.

Wurstmixx ist ein weiterer Baustein der außergewöhnlichen Vertriebswege der Metzgerei. Sie hatte auch schon mit dem „Wurstbrief“ auf sich aufmerksam gemacht: Unter wurstbrief.de lassen sich Briefe aus Wurst bestellen – Salami-Geburtstagstorten, Mettwurst-Herzen oder warum nicht eine duftende Wurstblume für die Liebste?

Das Produktionskonzept der Mass Customization, also der kundenindividuellen Massenproduktion, gibt es somit nach Müsli, Kaffee und Schokolade nun auch in diesem Bereich. Wir sind gespannt auf weitere Bereiche. Wie wäre es z.B. mit verschiedenen Bier-Geschmacksrichtungen?

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