Beste Zeiten für einen Social Media Beitrag?

CalenderEine Standardfrage für jeden Social Media Manager: Wann erreiche ich die meisten Menschen, wann meine Zielgruppe? Wann ist sie aufmerksam, wann engagiert?

Wann also sind beste Zeiten für die eigenen Beiträge in den sozialen Medien? In den letzten 12 Monaten sind hierzu mehrere Studien veröffentlicht worden – und die Ergebnisse liegen meilenweit auseinander!

Ein paar dieser Studien stellen wir hier vor. Und wir finden Erklärungen, warum die alte Faustregel: „Mittwoch, früher Nachmittag ist die beste Zeit“ nicht immer und überall stimmt.

Die meisten der Studien geben sich nicht mit einem Netzwerk zufrieden, sondern zeigen beste Zeiten zum Posten gleich für eine ganze Hand voll Medien. Es sind die üblichen Verdächtigen, Facebook, Twitter, Google+, Pinterest, Instagram, LinkedIn. Und die Gegenüberstellung macht deutlich: Jeder Jeck ist anders. Jedes der Netze hat seine eigenen idealen Wochentage und Uhrzeiten für die Beiträge. Über einen Kamm scheren kann man sie nicht.

Der beste Wochentag

Bei der Frage nach dem besten Wochentag sind die Untersuchungen aber, so scheint es, heillos zerstritten. Die kleine Tabelle mit dem Beispiel Facebook hier zeigt das ganz deutlich.timetopost

In den ersten beiden Untersuchungen ist Mittwoch der ideale Beitrags-Tag, das Wochenende („lazy Sunday“) hingegen verpönt. Bei den unteren beiden ist es genau umgekehrt. Hier ist gerade der Wochenbeginn von Übel und das Wochenende zusammen mit den Wochenend-Vorfreude Tagen ideal für einen Facebook Beitrag.

Wie kann das sein? Woher kommt diese Diskrepanz?

Der Grund ist recht schnell erkannt, er verbirgt sich bei den Zielen. In den ersten Studien wollte man möglichst viele Personen erreichen und so zu möglichst vielen Besuchern und Lesern des eigenen Beitrags zu kommen. An den ersten Tagen der Woche erreicht man halt sehr viele Menschen.

Die zwei unteren Studien orientieren sich jedoch am Engagement der Nutzer, den Likes, Comments und Shares. Und das Engagement der Nutzer ist zum und am Wochenende eben deutlich höher.

Die Theorie hinter der Statistik lautet: Man ist unter der Woche zu eingespannt, um noch Zeit für Interaktionen zu finden. Die nimmt man sich erst, wenn der Arbeitsberg des Wochenanfangs langsam abgetragen ist.

Fanpage-Betreiber müssen sich also entscheiden: Geht es ihnen um Reichweite oder um Interaktion? Wer beides will, den passiven und den aktiven Leser, für den ist danach Donnerstag der Tag des Beitrags.

Die beste Uhrzeit

Diese Unterschiede müssten sich eigentlich auch im Tagesverlauf zeigen. Doch hier sind die Untersuchungen eher im Gleichklang

Drei von ihnen stimmen überein, dass die Zeit nach Mittag für einen Facebook-Beitrag besonders gut geeignet ist, das Fenster 13-15 Uhr soll man anpeilen.

Nur Fanpage Karma tanzt aus der Reihe und empfiehlt den Zeitraum 19-22 Uhr. Die Grafik dazu ist recht anschaulich.

Auch hier finden wir schnell die Ursache für die Abweichung: Die anderen drei Studien basieren auf weltweiten Analysen oder auf solchen aus den USA. Fanpage Karma indessen hat deutsches Nutzerverhalten ausgewertet. Dieses Ergebnis ist für uns hier also eigentlich wichtiger.

Dass regionale Unterschiede eine wichtige Rolle spielen, hat schon die Kloutstudie nachgewiesen. Nach diesen Erkenntnissen erhält ein Facebook-Post das meiste Engagement

  • in Tokyo außerhalb der Arbeitszeit, d.h. vor 9 und nach 18 Uhr,
  • in San Francisco beim Kaffee am Schreibtisch, zwischen 9 und 10 Uhr,
  • in New York rund um die Lunch-Zeit, also mittags,
  • und in London erst, wenn die Arbeit vorüber ist, ab 18 Uhr.

Diese Sichtweise macht deutlich, wie stark kulturelle Aspekte und die des Lebensrhythmus in die Daten und Analyseergebnisse hineinspielen.

Solche Unterschiede gibt es aber nicht nur nach Längen- und Breitengraden, sondern auch nach demoskopischen Trennlinien und Branchen-Spezifika. Soll heißen: je nach Zielgruppe kann sich hier Vieles verschieben.

Die Kommunikationstakte und -phasen von Schülern, Studenten, Arbeitern, Angestellten, Vätern und Müttern sowie Rentner sind alle verschieden. Und genauso unterschiedlich sind die Arbeitspausen in Krankenhäusern, Call Centern, Friseursalons, Softwareunternehmen und am Bau. Je nachdem, wen man erreichen will, muss man seine Terminplanung neu kalibrieren.

Den einen großen Wochenkalender für alle mit idealen Stundenfenstern kann es also nicht geben. Die Studien geben Anhaltspunkte und Indikatoren. Für eine belastbare Planung müssen eigene Untersuchungen mit der eigenen Zielgruppe durchgeführt werden. Die Werkzeuge dazu stehen ja bereit.

Die Links zu den Studien

Wir stellen hier zunächst die 4 Studien beziehungsweise Infografiken vor, die Grundlage der kleinen Vergleichstabelle oben waren.

  1. t3n hat die Fanpage Karma  Studie für Deutschland veröffentlicht. Der Artikel richtet sich eher an private Facebook-Nutzer
  2. Webmagazin richtet sich hingegen eher an den Profi-User. In die schicke Infografik haben sie auch Ergebnisse von Social Bakers zur idealen Frequenz aus 2011 integriert (2 Post pro Tag auf Facebook, 3 auf Google+ und nur einer auf LinkedIn). Ob das noch aktuell ist, darf man bezweifeln.
  3. Hubspotblogs richtet die Wochentags-Empfehlung am Engagement der Leser aus, und kommt so eben zu dem Zeitfenster Donnerstag bis Sonntag.
  4. Das ist auch die Blickrichtung von CoSchedule. Nach eigenen Angaben wurden für die lange Infografik insgesamt 9 verschiedene Studien ausgewertet und zusammengefasst. Es beginnt allerdings mit einer Betrachtung, die wir im vergleichsweise kleinen Deutschland kaum verstehen: welche Zeitzone soll man eigentlich wählen? In den USA gibt es 4 davon.

Weitere interessante aktuelle Ergebnisse rund um dieses Thema findet man auch hier:

  • The Economist bringt den oben zitierten Städtevergleich der auf einer Klout-Untersuchung basiert.
  • Von Buffer stammt eine Analyse, die ganz auf Twitter und dabei dann noch nur auf die Tageszeit fokussiert ist. Trotzdem ist der Beitrag sehr lesenswert. Zum einen, weil hier die regionalen Unterschiede USA – Europa – Australien/Asien gut herausgearbeitet werden. Und außerdem, weil er viele weitergehende Hinweise und Tipps für professionelles Gezwitschere enthält.
  • ProBlogger schließlich behandelt nur die Erfolgsaussichten von Blogbeiträgen. Ideal ist danach das Wochenende. Ebenfalls interessant zu lesen.

Passen Ihre Erfahrungen zu den allgemeinen Regeln in diesen Studien? Wo weichen sie ab? Ihr Kommentar ist für Viele interessant!

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