Ergebnis-Kategorisierung; Teil 3 der Serie zu Social Media Monitoring

Hintergrund

In einer Beitragsreihe in diesem Blog werden die Social Media Monitoring Tools

  • „Com Monitor“* von der Schweizer Firma Netbreeze* (www.netbreeze.ch)
  • „socialMeme“* von dem Berliner Startup Mediametrics* (www.social-meme.com)

*alles geschützte Zeichen

an Hand einiger Muster-Cases vorgestellt und verglichen. Die Aussagen beruhen auf Beispiel-Searches, die im Juli und August 2012 auf Testaccounts dieser Produkte von Vianova-Company durchgeführt wurden.

Das Ziel

Antworten auf die Fragen erhalten, ob eines der Produkte für die praktische Arbeit eines Social Media Verantwortlichen (intern oder extern) besonders geeignet ist und ob sich ein entsprechender Invest lohnt.

An wen richtet sich diese Beitragsreihe hier?

An jeden, der vor einer Kauf-Entscheidung in Sachen Social Media Monitoring steht. Auch wenn die beiden Produkte hier vielleicht gar nicht auf der Einkaufs-Shortlist stehen – interessante Anregungen für die eigene Bewertung sind sicher enthalten.

Welche Themen werden behandelt?

In den vorangegangenen Beiträgen wurden diese Themen behandelt

In diesem Beitrag wird die Kategorisierung der Ergebnisse beleuchtet. Wie unterstützen die Tools den Anwender beim Ordnen der Ergebnisse, wie helfen sie, aus vielen Bäumen Wälder zu machen?

Ergebnis-Kategorisierung: wie werden die gefunden Artikel und Beiträge geordnet?

Die Sortierung der Ergebnisse eines Searches kann auf verschiedene Arten erfolgen, z.B. dadurch, dass man statt nach Erwähnungen von TV-Krimiserien im Ersten allgemein differenzierter gezielt nach „Tatort“, „Polizeiruf 110“, „Wallander“, „Sherlock Holmes“ etc. sucht, also mehrere Searches statt einem aufsetzt und die jeweils anderen Treffer durch Exklusion ausschließt. Eine solche Ordnung wird durch die „Search-Architektur“ definiert und muss bereits ganz am Anfang eines Monitoring-Prozesses definiert werden.

Wir wollen hier nur solche Methoden betrachten, bei denen die (zunächst unsortierten) Treffer als ein großer, chaotischer Berg vorliegen und der Frage nachgehen: Welche ordnenden Hilfsmittel bieten die Produkte hier?

Jede „Dimension“ eines Suchergebnisses ist grundsätzlich auch ein Ansatzpunkt für eine Ordnung, für Zusammenfassungen und Abgrenzungen. Die wesentlichsten Dimensionen der Social Media Monitoring Treffer sind

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Social Media Monitoring Teil 2: Quellen der Suche

Hintergrund

In einer Beitragsreihe in diesem Blog werden die Social Media Monitoring Tools

„Com Monitor“* von der Schweizer Firma NetBreeze* (www.netbreeze.ch)

„socialMeme“* von dem Berliner Startup Mediametrics* (www.social-meme.com)

*alles geschützte Zeichen

an Hand einiger Muster-Cases vorgestellt und verglichen. Die Aussagen beruhen auf Beispiel-Searches, die im Juli und August 2012 auf Testaccounts dieser Produkte von Vianova-Company durchgeführt wurden.

Das Ziel: Klarheit darüber gewinnen, ob eines der Produkte für die praktische Arbeit eines Social Media Verantwortlichen (intern oder extern) besonders geeignet ist und ob sich ein entsprechender Invest lohnt.

An wen richten sich diese Blog-Beiträge?
An jeden, der vor einer Kauf-Entscheidung in Sachen Social Media Monitoring steht. Auch wenn die beiden Produkte hier vielleicht gar nicht auf der Einkaufs-Shortlist stehen – interessante Anregungen für die eigene Bewertung werden sicher enthalten sein.

Im vorangegangenen Beitrag ging es um die Funktionalitäten des Search Edits, der Definition der Such-Aufträge.

In diesem Beitrag werden die Quellen der Suche beleuchtet.

Search-Sources: welche Quellen werden abgesucht?

 

Hat man einen Search definiert, dann starten Programme, z.B. sog. „Crawler“, die über die API-Schnittstelle der angezielten Quellen deren Texte, Beiträge, Posts auslesen. Hier gibt es sehr offene Plattformen (Twitter z.B.), die praktisch jeden Tweet öffentlich verfügbar machen und rigidere, die dies nur bei Zustimmung des Autors tun. Facebook zum Beispiel erlaubt aus privaten Accounts nur das Auslesen öffentlicher Beiträge. Bei Facebook Fanpages kann man alle Antworten auf Beiträge auslesen.

Sucht man also zum Beispiel nach der TV-Krimi-Serie „Tatort“ in Facebook, so kann man das entweder auf die offizielle Tatort-Seite beziehen (http://www.facebook.com/Tatort) und diese als explizite Facebook-Quelle angeben. Oder man sucht in sozialen Netzwerken nach „Tatort“ und erhält dann als Treffer u.a. Facebook-Beiträge von privaten Accounts, die für „public sharing“ markiert wurden.

Aber natürlich gibt es sehr viel mehr da draußen als Facebook und Twitter.

socialMeme bietet für die Source-Auswahl eine lange Liste unterschiedlicher Quell-Typen sowie alternativ einen dediziert ausgewählten twitter-Account oder eine Facebook (Fan)page.

Stand 15.8.2012; Quelle socialMeme by Mediametrics

Unter „Extra Sources“ unten links ist dabei ein besonderes Schmankerl versteckt: hier kann man gesprochenes Wort aus TV und Radio selektieren. socialMeme kauft dazu die digitalisierten Texte von über 100 Sendern (7×24-Scanning!) und analysiert diese dann weiter wie andere digitale Quellen. In der kostenfreien Testversion standen diese Quellen nicht zur Verfügung.

Wenn auch noch digitalisierte Print-Medien dazu kommen (geplant), hat man eine 360° Abdeckung der gesamten öffentlichen Medien-Kommunikation.

 

Bei NetBreeze ist die allgemeine Liste kürzer (Twitter, Facebook, Foren, Youtubes, News und Blogs), dafür besteht mehr Flexibilität, weitere, nicht im Standardscan enthaltene Quellen zu definieren.

Stand 15.8.2012, Quelle Com Monitor by NetBreeze

Dedizierte Facebook-Accounts oder Twitter-Accounts können ebenfalls hinzugefügt werden.

Zusammenfassend muss man sagen, dass die Source-Auswahl bei socialMeme zum einen deutlich differenzierter wirkt und zum anderen durch den Einschluss von Offline-Medien eine echte Killer-Funktionalität besitzt.

Aus diesen Gründen besteht im Prinzip in Sachen Quellen bei socialMeme ein klarer Vorsprung.

Doch das ist nur die halbe Wahrheit.

Denn beide Tools sind wenig transparent, wenn es um die exakten Quellen für die Suche geht. Hier gibt es keine Webseite, auf der alle Quellen explizit angezeigt werden. NetBreeze verweist für Foren und Blogs auf die Liste von www.boardreader.com (aber die kann man auch nicht vollständig einsehen) und für News auf news.google.com. Begründung: Relevante Quellen gibt es tausende und täglich neue hinzu, deren Audience und damit Reichweite ist sehr dynamisch, das kann man gar nicht transparent machen. Bei den Treffern könne man ja nachlesen, wo was gefunden wurde.

Stimmt, aber der besonders kritische Leser wüsste vielleicht auch gern, wo gesucht und NICHT gefunden wurde. Schließlich gibt es ja auch Medien- und Autoren-Vergleiche. „Kein Treffer bei xyz“ sollte zuverlässig bedeuten, dass da auch nichts war.

Im Zuge dieser Untersuchung konnte jedenfalls nicht geklärt werden, wie die Qualitätssicherung eigentlich erfolgt, d.h. wie die Tools sicherstellen, dass nicht Wesentliches übersehen wurde. Theoretisch könnte das ja durchaus geschehen – und die Provider dieser Tools würden es vermutlich gar nicht bemerken.

Ein Vergleich zweier formal sehr ähnlicher Searches zeigt, dass man sich einen Rest Skepsis durchaus bewahren sollte, was die Ergebnis-Qualität angeht.

Stand 17.8.12, 16:30 Uhr; Quelle NetBreeze und SocialMeme

Die Frage war schlicht: wie oft werden im Social Web (Blogs, Microblogs, Social Networks) die beiden TV-Krimiserien „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ erwähnt?

Links die Treffer von socialMeme, rechts die von NetBreeze. Ganz offensichtlich sind die Ergebnisse nicht gleich sondern bestenfalls ähnlich: Den einsamen Tatort-Peek von NetBreeze am 12.8.12 (30 Treffer!) sucht man vergeblich bei socialMeme, ebenso wie der 23-Article-Top von socialMeme am 16.8.12 (gestern) bei NetBreeze nicht zu erkennen ist.

Wie ist das zu erklären und was bedeutet es für die Auswahl eines Tools? Hier einige Erklärungen (eine vollständige Durchdringung und Aufklärung dieser Effekte wäre ein hervorragendes Thema für eine Master-These):

  • Die Suchalgorithmen und Crawler müssen sich durch Millionen von Seiten und Blogs und Tweets etc. arbeiten, das dauert. Wenn man einen Search definiert, stellen sich die ersten Ergebnisse nach 5-6 Stunden ein. Unterschiedliche Abarbeitungsreihenfolgen und Geschwindigkeiten können bei einzelnen Beiträgen zu „Abgrenzungs-Differenzen“ führen: So kann es in Einzelfällen geschehen, dass ein Beitrag von Tool A dem 15.8. und von Tool B schon dem 16.8. zugerechnet wird.
  • Obwohl identische Search-Bedingungen hier die essentielle Vergleichs-Voraussetzung waren, haben die Tools das (in kleinem Umfang) verhindert. Bei NetBreeze ist die Anzahl der „Inklusion“-Begriffe auf 6 begrenzt, für die hier verwendeten 9 musste eine zweite AND-Bedingung angefügt werden. Das sollte eigentlich keine Auswirkungen haben, hatte es aber möglicherweise doch.
  • Die Liste der Blogs etc. die abgesucht wird, ist eben de facto nicht identisch und so weichen auch die Ergebnismengen von einander ab.

Für den potenziellen Tool-Käufer bedeutet das:

  • Sehr genau spezifizieren, welche Quellen für die konkreten Aufgaben wichtig sind und mit dem Lieferanten prüfen, in wieweit dieses Zielfeld abgedeckt wird
  • Mustersearches durchführen und die Trefferlisten auf Fehler absuchen, auf Artikel etc., die die Suchbedingungen nicht erfüllen. Eigentlich sind viele Treffer ja ein gutes Zeichen, aber das gilt nur, wenn sie auch zum Suchmuster passen. In unserem konkreten Fall hier konnten wir keine „Kuckucks-Treffer“  erkennen.
  • Gelegentlich einen kostenfreien Testaccount nutzen und damit Kalibrierungs-Searches (so wie diesen hier) durchführen. Den Lieferanten kann man dann zu möglichen Abweichungen befragen. Er wird in der Regel selbst ein Interesse an möglichst präzisen Treffermengen haben.

Im vorliegenden Vergleichsfall scheinen die Ergebnismengen von socialMeme insgesamt vollständiger zu sein, so dass diese Anwendung auch hier einen Vorsprung hat.

Es wäre schön, wenn z.B. Vertreter der Firmen über Kommentare zu diesem Beitrag weitere Erläuterungen geben könnten, so dass der Vergleich vielleicht sogar nochmal in einem neuen Licht erscheint.

Im nächsten Beitrag geht es um die Frage: Wie werden die gefundenen Ergebnisse klassifiziert und bewertet. Welchen Support bieten die Anwendungen selbst und wie zuverlässig funktioniert das?

Stay tuned!

Social Media Monitoring Teil 1: Search Edit

Einführung

 

In Sachen Social Media Monitoring („SMM“ im Weiteren) werden heute viele Tools angeboten, einige gratis, die meisten kostenpflichtig. Viele dieser Tools stammen aus dem angelsächsischen Raum, meist aus den USA. Wir werden uns hier auf Produkte aus dem deutschsprachigen Raum konzentrieren. Warum?

Es geht bei SMM primär um Sprache, um Fragen wie: Wie oft wird welches Wort oder welche Phrase in welchem Kontext erwähnt und mit welchem „Sentiment“, d.h. positiv-lobend, negativ-kritisch oder neutral? Gerade dieses „Sentiment“ ist immer noch eine linguistische Herausforderung, Lösungsansätze zur automatischen Erkennung sind von Sprachraum zu Sprachraum sehr unterschiedlich zuverlässig. Stark idiomatische Sprachen erfordern z.B. andere Ansätze als solche, in denen viele mundartliche Besonderheiten auftreten.

Für Analysen im deutschen Sprachraum scheinen darum solche Tools besonders geeignet, die selbst aus dem deutschen Sprachraum stammen. So vermeidet man unscharfe Analogien aus zu direkten Übersetzungen. Oder etwas polemisch gesagt: „American tools can handle any language perfectly as long as it is English!“

Es wurden 3 Tools ausgewählt, die für einen ausführlicheren Vergleich interessant aussahen:

  • „Com Monitor“* von der Schweizer Firma Netbreeze* (www.netbreeze.ch)
  • „socialMeme“* von dem Berliner Startup Mediametrics* (www.social-meme.com)
  • „Web2.0 Observer“* von der Frankfurter Firma cogia intelligence* (www.cogia.com)

*alles geschützte Zeichen

Die Analyse wurde im Juli und August 2012 durchgeführt von Vianova-Company, Marketing- und Sales Engineers mit klarem Fokus auf Social Media Consultancy.

Von allen 3 SaaS-Produkten gab es einen kostenfreien Testaccount sowie ein Einführungs-Webinar. Der Testzugang von Cogia hatte aber nur fest eingestellte Searches auf eine vorselektierte Branche, wirklich ausprobieren konnte man damit wenig. Darum reduzierte sich die Auswahl wieder auf 2.
Denn es sollten die Tools an ernsthaften Anwendungsfällen ausprobiert und auch miteinander verglichen werden: wer findet was?

 

Das Ziel: Klarheit darüber gewinnen, ob eines der Produkte für die praktische Arbeit eines externen Social Media Consultants oder eines internen Social Media Verantwortlichen besonders geeignet ist und ob es sich lohnt, einen entsprechenden Invest zu tätigen (beide Produkte sind keine Gratis-Anwendungen).

Über die Ergebnisse wird hier und in den nächsten Beiträgen in diesem Blog berichtet. Die Beiträge folgen dabei den „natürlichen Dimensionen“ einer Software-Bewertung, also etwa: Search-Editing: wie einfach und funktionstüchtig ist das? Wie gut und vollständig sind die Ergebnis-Mengen? Wie steht es mit dem Reporting? Welche Medien kann man abbilden?

 

An wen richten sich die Blog-Beiträge?
An jeden, der vor einer Auswahl-Entscheidung in Sachen Social Media Monitoring steht. Auch wenn die beiden Produkte hier vielleicht gar nicht auf der Einkaufs-Shortlist stehen – interessante Anregungen werden die Beiträge sicher geben.

Search-Edit: wie funktioniert die Definition der Such-Aufträge?

Text-Search basiert auf logischen Ein- und Ausschlüssen von Phrasen, Begriffen, Wörtern oder Zeichenketten. Dabei ist es generell wichtig, die „Klammern“ und die Operatoren AND, OR und AND NOT richtig zu setzen. Bei beiden Programmen übernimmt diese manchmal etwas verzwickte Arbeit die Benutzerführung der Software. „Boolsche“ Befehle, wie der offizielle Ausdruck heißt, muss man nicht eingeben (kann man aber bei socialMeme).

So sieht eine recht einfache Search-Definition bei socialMeme aus. Klammern werden mit farblichen Hinterlegungen abgebildet, normal ist hellgrün, NOT = Ausschluss ist rosa. Sehr anschaulich und transparent.

Stand 15.8.2012; Quelle socialMeme by Mediametrics

 

Bei NetBreeze wird der gleiche Search so definiert:

Stand 15.8.2012, Quelle Com Monitor by NetBreeze

Das sieht etwas weniger übersichtlich aus und in der Tat braucht man etwas länger, um hier die Ein- und Ausschluss-Logik zu verstehen.

Da man viel tippen muss und jeder Tippfehler erhebliche Folgen haben kann („Tatord“ findet keinen Treffer bei der Suche nach Beiträgen zu Tatort), ist Ergonomie und Transparenz bei der Search Definition ein Wert an sich. Darum liegt socialMeme hier auf den ersten Blick leicht vorne.

Doch die bessere Übersichtlichkeit des Search-Logik-Aufbaus verfliegt, wenn die Bedingungen komplexer werden. Dann nämlich wird die sehr großzügig dimensionierte Maske bei socialMeme schnell bildschirmfüllend bis -sprengend und die Navigation entsprechend mühseliger.

 

So ist es bei den anderen Kriterien zur Benutzerführung ebenfalls wie etwa Organisation und Speicherung der Searches oder Kopierfunktionen (wichtig um Vergleichbarkeit herzustellen!). Das Thema wird unterschiedlich gelöst, nach kurzer Einarbeitung ist man aber mit beiden Varianten ausreichend vertraut.

Unterm Strich ist kein signifikanter Leistungsvorsprung eines der Produkte in Sachen Funktionalität des Search-Editing erkennbar.

 

Ideal sind beide indessen nicht, hier ein Ansatz für eine Optimierung, über den man schnell stolpert:

Mit einem SMM Tool werden oft Vergleiche angestellt, etwa: „wie oft wird Produkt A und wie oft Produkt B erwähnt?„. Die Such-Bedingungen können jeweils komplex sein: linguistische Ein- und Ausschlüsse, Zeitraumabgrenzungen, Medienauswahl etc. Für einen belastbaren, d.h. „fairen“ Vergleich sollten sie bei den generischen Parametern identisch sein. Darum ist ein „Bedingungs-Vergleichs-Tool“ wünschenswert, das schnell eine Übersicht zur Verfügung stellt und ggf. so die Ursache für unerklärbare Unterschiede aufdeckt. In den beiden untersuchten Produkten gibt es so eine Werkzeug nicht.

Ergebnisbeispiel

Zum Abschluss dieses ersten Beitrags zeigen wir ein einfaches Search Ergebnis zur ARD Krimi-Serie Tatort von socialMeme:

Stand 16.8.2012, 16:00 Uhr; Quelle socialMeme by Mediametrics

In der Zeit vom 9.-16.8.2012 gab es 172 Kommentare auf der Facebook-Seite von Tatort und 63 weitere Posts, Tweets und Shares zu dem Thema außerhalb dieser Fanpage. Als Quellen wurden dabei nur Social Media Networks, Blogs, Microblogs (twitter) und sog. Consumer Reviews (z.B. Qype) abgesucht.

Fachlich interessant ist z.B., dass hiernach die negativen Bemerkungen außerhalb der FB-Fanpage einen höheren Anteil haben – die positiven allerdings tendenziell auch. Generell geht es auf den FB Seiten anscheinend „neutraler“ bis wohlwollender zu.

Im nächsten Beitrag wird es um die Quellen der Suche gehen, die Search-Sources, mit denen jedes Monitoring steht und fällt. Und im Anschluss daran wollen wir uns der Frage zuwenden, wie belastbar eigentlich diese Zuordnungen in negatives und positives Sentiment sind.

Stay tuned!

TweetMonitoring – ein ansprechendes neues Tool

Wer sich schnell einen Überblick verschaffen will, wo auf der Welt etwas zu „seinem“ Schlagwort gezwitschtert wird, sollte TweetingEarth ausprobieren. Einfach Begriff eingeben und schon wird nach Zeitzonen separiert dargestellt, wo das gerade ein Thema ist, wie oft und was genau getweetet wird. Ein interessantes neues Werkzeug für das TweetMonitoring!

Die Darstellung ist zunächst „globus-orientiert“, aber mit einem Klick oder einem Dreh am Mausrad bekommt man das in ganz normaler Listenform.

Gefunden wurde die Anwendung bei TheNextWeb, da wird sie eine „App“ genannt, das ist etwas irreführend. Eine (iPhone-/Android-) App gibt es aktuell nicht, und die etwas atypische Darstellung will auch nicht so recht unter Safari aufs iPad passen.

Gut am Rande: Man muss sich nicht mit einem Twitter Account einloggen, geht einfach so.

Listening – die neue alte Pflichtdisziplin

 

Kennen Sie das auch? Manche CRM- und Social Media Aktivisten haben vor lauter Eifer und Emsigkeit Ziel und Zweck ihres Tuns aus den Augen verloren. Sie haben den Dialog so automatisiert und strukturiert, dass das Zuhören und Wahrnehmen von wertvollen Signalen des Kunden völlig zu kurz kommt. Eigentlich sind sie gar nicht im Dialog, jedenfalls nicht im Kundendialog, no listening!

2 sehr aktuelle Beispiele:

Beispiel 1: Stempelbestellung

Ich bestelle einen Stempel online. Alles läuft wie bestellt, der Artikel ist pünktlich da, er ist so wie er sein soll, die Rechnung ist auch korrekt (und niedrig), alles prima. Per eMail kommt wenige Tage später eine Zufriedenheitsbefragung…..weiterlesen

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twitter vor dem Durchbruch zur Cash-Machine?

Heute nacht um 3 Uhr berichtete teccchrunch via twitter über ein Gerücht: twitter will noch im Juli 2012 die New Yorker Firma „Sense Networks“ kaufen.

Sense Networks sammelt Bewegungsdaten (im räumlichen Sinne gemeint, echte Bewegung) von mobilen Endgeräten und verdichtet sie zu Verhaltens-Clustern. Von dort kann man auf Vorlieben, Einkaufsmuster und Lifestyle schließen. So könnte twitter seine Kampagen sehr viel genauer auf die avisierte Zielgruppe ausrichten.

In dem Blogbeitrag ist unten ein Video, das eine interessante Animation zum Produkt von Sense Networks liefert.

Und noch etwas: ganz am Ende von dem Video kommt eine interaktive Werbung für das Tool, mit dem diese Data-Animation gemacht wurde – auch durchaus spannend zu betrachten. Da ist Amerika offensichtlich schon einen Schritt weiter.

Wieviel Social Media geht am Arbeitsplatz?

Justitia mit Social Icons

Ich bin kein Jurist, darum habe ich sehr gerne eine Einladung der Societät AC-Tischendorf („ACT“) zu einem „Knowledge Breakfast“ mit dem Titel „‚Social Media am Arbeitsplatz‘ – Die Umsetzung“ angenommen.
Das Frühstück fand in der schönen Villa der Societät im Frankfurter Westend statt, alles fein. Den ca. 10 „Externen“ standen die 2 Referenten von ACT, die Fachjuristen Dr. Block und Dr. Wäßle gegenüber.
Die beiden führten durch das Handout Social Media am Arbeitsplatz, das hier mit der Genehmigung von ACT anhängt.
Es ist lesenswert für den, der dieses Thema in seinem Unternehmen regeln muss, eher also für den Chef, als für den Mitarbeiter.

Es versteht sich von selbst, dass so eine Präsentation keine Beratung durch den Fachjuristen ersetzt. Aber sie gibt wertvolle Hinweise und Tips und weist auf Problemzonen hin, die die meisten Laien wie auch mancher fachfremde Jurist vermutlich übersehen hätten.
Deutlich wurde mir bei dem Event:

  • Es sind viele verschiedene Gesetze und Verordungsrahmen zu beachten, u.a. Datenschutzrecht, Wettbewerbsrecht, Fernmelderecht, Arbeitsrecht. Die haben unterschiedliche Ziele, aber auch unterschiedliche „Reife“, Ausgewogenheit, Angemessenheit, Klarheit. Widerspruchsfrei ist die Rechtslage also nicht.
  • Das Thema ist fachlich dynamisch, Vieles ist noch unklar oder ungenügend geregelt, Kreativität und technische Entwicklung überholen rechtliche Regelungen schneller, als diese verabschiedet werden. Auf hoher See ist man sicherer.

Aspekte, die ich als juristischer Laie vermutlich übersehen hätte, waren u.a.:

  1. Der Arbeitgeber kann anscheinend nicht einfach von seinem Mitarbeitern eine bestimmte Art der Selbstdarstellung im Netz (z.B. in XING) verlangen.Was er darf und was nicht sollte geregelt sein.
  2. Auch wenn der Mitarbeiter in seiner Freizeit einem Kunden z.B. in einem Forum fachlichen Rat gibt (z.B. als kompetenter Dachdecker der Firma „Ruhfkings“) und eine Pfanne fällt dann dem Nachbarn auf den Kopf, kann ggf. Ruhfkings haftbar sein.
  3. Da zunehmend mobile Endgeräte Social Media fähig sind und generell mit Servern und Cloud-Daten via UMTS, WLAN &Co interagieren, sollte jedes dieser Endgeräte auf angemessene Sicherheit im IT-Verbund überprüft werden. Welche Geräte auf welche Weise von wem genutzt werden dürfen, erfordert also entsprechende interne Regelungen.
  4. Interne Regelungen zur Nutzung von Social Media (und generell von IT) sollte in separaten Dokumenten definiert und vereinbart werden. Der Arbeitsvertrag scheint hierfür eher ungeeignet zu sein.
  5. Wie IT und insbesondere Social Media im Unternehmen eingesetzt werden dürfen und müssen, sollte möglichst klar und transparent formuliert sein. Voraussetzung dafür ist, dass die Unternehmensleitung in dieser Sache selbst einen klaren Plan hat. Das sollte der Startpunkt des Handelns sein.

Wie im Bereich Marketing und Sales gilt also auch hier: Social Media ist ein Thema für die Chefetage!

Fazit: der Event war sehr informativ, die Anlage hier ist es ebenfalls.

 

Was die Piraten Partei mit Coca Cola zu tun hat

Seit einigen Wochen begegnet mir der Begriff „liquid“ häufiger.

  • Liquid Feedback System der Piraten Partei
  • Liquid Content, z.B. von Coca Cola

In der aktuellen brandeins ist ein Report über die Synaxon AG, die zur internen Abstimmung mit den Mitarbeitern ebenfalls das LiquidFeedback System verwenden.

Und im letzten Beitrag in diesem Blog wurde Content gefordert, der „liquid and contageous“ ist, wörtlich also flüssig und ansteckend.

Es wird Zeit zu fragen: In welchem Sinne wird hier eigentlich „liquid“ verwendet?

Bei Wikipedia erhält man die bekannten Definitionen und das Projekt „Deutscher Wortschatz“ der Uni Leipzig hilft auf den ersten Blick auch nicht weiter. Immerhin finden wir hier die Interpretation „verfügbar“.

Überraschendes Fundstück am Wegesrand: in der Phonetik sind „Liquide“ solche Konsonanten, die nicht nasal ausgesprochen werden, im Deutschen die Buchstaben „r“ und „l“ (hier nicht weiter relevant, aber gut für die 500.000€-Frage bei Wer wird Millionär?)

Bei der Suche auf englischen Seiten gibt es weitere interessante Objekte für die Botanisiertrommel, eine Werbeagentur, die einfach „liquid“ heißt, ein Musiklabel sowie eine markup-language für eCommerce Shops. Nichts davon hilfreich für unsere Frage, aber immerhin: „liquid“ ist ein beliebtes Wort mit vielen Interpretationen.

Doch was macht das Feedback System der Piraten und von Synaxon so „liquid“? Was bedeutet es, dass Content von Marken wie Coca Cola „liquid“ ist?

Nach einiger Webrecherche kristallisiert sich heraus:

Die Begriffe werden ähnlich verwandt, ganz deckungsgleich sind sie nicht. Ihnen gemeinsam ist die „Interaktion und Kommunikation in asymmetrischen Beziehungen“.

Das LF ist das interaktive Kommunikationssystem für die „Liquide Demokratie“, durch LF wird ein neuer Kommunikationskanal zwischen Abstimmenden und Repräsentanten geöffnet (für mehr Details einfach dem Link unter „LF“ folgen). Was das für eine AG bedeutet und wo man die Grenzen als Vorstandsvorsitzender ziehen muss, ist in dem brandeins-Artikel interessant zu lesen.

Um den Begriff „liquid content“, der aktuell im Social Media an Bedeutung gewinnt, besser zu verstehen, ist das Video von Coca Cola „Content 2020“ sehr anschaulich. Es macht zudem Spaß zuzuschauen. Auch hier geht es um einen neue Kommunikationsqualität, diesmal zwischen Marke einerseits und Markt und Konsumenten andererseits. Der technische „Kanal“ scheint etabliert zu sein, das Internet mit seinen (Social Media-) Portalen – und was bis 2020 an Interaktions-Möglichkeiten noch entstehen mag. Darum geht es im liquid der Marketiers nicht. Für sie ist „liquid“ eine fachliche Qualität, keine technische, „liquid“ steht auf der gleichen Stufe wie „kreativ“.

Jeff Bullas hat es in einem Beitrag sehr schön formuliert: „Das ultimative Marketing Ziel ist es, Content und “Ideen” zu erzeugen, die so ansteckend und sich ausbreitend sind, dass sie nicht kontrolliert werden können. Das ist liquid Content“.

Ich freue mich auf weiteren input von Ihnen zu diesem Thema zu erhalten. Sicher sind wir hier noch nicht am Ende der Bedeutungsklärung angekommen.

12 Erfolgsfaktoren für Twitter

Jeff Bullas  ist ein australischer Social Media Berater. Ich lese seine Beiträge gerne, sie sind klar, einfach und „handfest“, konkret. Wenig Geschwafel.

Gerade hat er einen Beitrag geschrieben mit dem Titel “ 12 Keys to Success on Twitter“.

Das ist interessant zu lesen, ich habe hier die Kernthesen (das, was ich verstanden habe) verkürzt zusammengestellt.

1. Viel hilft viel

Es ist gut viele Follower zu haben, dann wird man besser wahrgenommen, der Account sieht vertrauenswürdig aus, je mehr desto mehr. Natürlich kommt es auch auf den Content an (s.u.), aber aus Business-Sicht ist die Größe der „Gemeinde“ ebenso wichtig.

2. Baue die „Gemeinde“ aus

Deine Follower interessiert, was Du tweetest, darum folgen sie Dir. Sie versprechen sich input und Anregung von Deinen tweets. Deine Zielgruppe hat sich selbst „erfunden“, sie ist für Deine Botschaften auto-qualifiziert. Darum enttäusche die Gemeinde nicht, stelle Relevanz sicher – für diese Zielgruppe!

3. Schnelle Infos verblühen schnell

Die kurze Nachricht, die schon nächste Woche keinen mehr interessiert, ist wenig wertvoll. Interessant sind z.B. „how-to’“s, Anleitungen, Videos und generell Beiträge, die auch in einem halben Jahr noch gelesen werden. Versuche anzuleiten und zu unterrichten, nicht nur zu informieren.

4. Schaffe Ausbreitungs-Lust

Deine Tweets sollen danach verlangen, geteilt, retweetet zu werden, so gut muss der Content sein („liquid and contageous“). Das ist harte Arbeit, aber das ist der Kern. Nicht alles muss man selbst erfinden, auch gute Links bringen Dich weiter.

5. Sei multimedial

Deine Gemeinde erwartet mehr als nur Text, und mit Twitter geht das. Baue Bilder, Videos, podcasts und Diashows in Deine Tweets ein.

6. Benutze Bilder

Bilder werden immer wichtiger, Pinterest und Instagram sind jüngste Beispiele, aber auch die wachsende Bedeutung von Infografik belegt, wie wichtig Bilder sind.

7. Automatisiere Dein Gezwitscher

Jeff schreibt wirklich viel, nach eigenen Schätzungen alle 15 min ein Tweet. Das schafft er, weil er 2 Werkzeuge benutzt: Socialoomph (kostenpflichtig) und Twitterfeed.

Anm. trickr.: Über beide werden wir in Kürze berichten.

8. Verführung durch den Titel

Du hast nur wenige Sekunden, um Interesse zu wecken. Wenn die erste Zeile nicht greift, ist die Aufmerksamkeit verloren.

9. Aus allen Rohren feuern

Benutze alle relevanten Netzwerke! So erreicht man nicht nur neue Zielpersonen sondern steigert auch seine Glaubwürdigkeit. Eine Untersuchung zeigt: Wer von einer Marke nur einmal hört, hat einen Vertrauensfaktor von 4%. Werden es 3 bis 5 mal, steigt der Wert auf über 50%.

Anm. trickr: Jeff hat diese Zahlen bei Edelmann gefunden. Ich konnte die Studie nicht identifizieren, aber der Link ist trotzdem einen Klick wert.

10. Wo die Tweets zu Hause sind

Deine Follower wollen die eine Wurzel kennen und sehen, nicht nur die zahllosen Äste. Man kann (und soll) auf vielen Social Media Plattformen präsent sein, aber die fachlich-sachliche Grundlage muss transparent bleiben. Zeige Deine Homepage oder Dein Blog und mache deutlich, dass alles von da ausgeht, dass hier die Wurzel ist.

Und stelle sicher, dass Du selbst die Rechte und den Zugriff darauf hast. Das erfordert ein wenig Investment, aber ist notwendig, wenn man die Kontrolle behalten will.

11. und 12. Alles aus Leidenschaft!

Das Thema über das Du tweetest soll Dich faszinieren und fesseln, es soll Dich begeistern und Dir die Kraft geben für neue Ideen und neuen Content. Unruhe ist die erste Twitter-Pflicht!

Die chinesische Mauer wurde Stein für Stein gebaut, aber man sieht sie aus dem Weltall mit bloßem Auge. Twittern muss man Wort für Wort, aber jeden Tag, 7 Tage die Woche (So schreibt Stephen King seine Bücher). Diese Leidenschaft und innere Unruhe macht den Unterschied.

Anm. trickr: Jeff hat die letzten 2 Punkte getrennt, Leidenschaft und Unruhe, aus meiner Sicht sind sie eng bei einander. Dafür beinhaltet Punkt 10 eigentlich 2 Aspekte, den fachlichen und den organisatorisch-rechtlichen. Auf 12 Punkte ist er also so oder so gekommen.

Frage an die Leser: Dieser Beitrag hat nun gar keine Grafik o.ä., nichts Multimedia. Ich persönlich mag solche knappen Infos durchaus, und investiere lieber Zeit in interessante Links, aber wie sieht die Audience das? Sollten hier mehr Grafiken und Viodeos drin sein? Kommentare sind willkommen!

7 Thesen zum Stand von Social Media 2012

Auf die Frage: „Wie steht es um Social Media?“ bekommt man vermutlich so viele Antworten wie man Menschen fragt.

Ein recht kompetenter Mensch, Brain Solis, wurde Anfang Februar 2012 von intervistato befragt. Die Fragen stellte Maria Petrescu, Direktor von intervistato. Aufmerksam wurde ich auf das Interview erst durch einen Beitrag von Jeff Bullas in diesen Tagen, die intervistato-Leute veröffentlichen selbst in italienischer Sprache.

Das Interview (26 Minuten) ist in englischer Sprache (gut verständlich) und auch nach 3 Monaten noch aktuell, hier der link.

Für einen ersten Eindruck habe ich 7 Kernaussagen aus dem Interview herausgehört und hier kursiv zusammengestellt:

  1. Content Curation hat bereits eine enorme Entwicklung hinter sich und wird sie in 2012 fortsetzen, mit besseren, beeindruckenderen Tools. Das Thema hat profunde Bedeutung für Social Media, wird immer wichtiger.
    Anm. trickr: Was ist Content Curation? Hier eine ganz gute Definition.
  2. Keines der aktuellen SM Monitoring Tools kann den Einfluß von Social Media messen, weil Einfluß bedeutet, dass Verhalten geändert wird, ideal: gekauft wird. Und diese Verhaltensänderung liegt in der Regel außerhalb der Messwelt dieser Tools. Aber Einfluß ist wichtig. Will man ihn messen, bedarf es weitergehender Verfahren als nur den Einsatz von SM Tools. Man muss herausbekommen, was alles zu der Marke gesagt und geteilt wird, von wem und auf wen es wirkt.
  3. Die Trennung Content vs. Advertising ist in den meisten Social Media Marketing Ansätzen noch zu ausgeprägt. Gutes Advertising ist so in den Content integriert, dass man hineingesogen wird und davon noch anderen berichtet (Bsp. Old Spice).
  4. Manche Manager verstehen den Sinn von Social Media immer noch nicht, halten das für das Medium von Kindern. Von CNN wurde berichtet, dass jede Sekunde einer ihrer Beiträge getweetet wird. Da werden völlig kostenfrei neue Zielgruppen erreicht, die man sonst nie erreichen würde. Hier liegen die große Potenziale. So eine Position setzt leadership voraus, und die muss man sich verdienen durch guten Content und Content Curation.
  5. Es geht weniger darum, die Fans und Follower und Klicker, die man hat, zu analysieren. SM Monitoring schaut zu sehr nach hinten. Interessant ist und immer interessanter wird SM Intelligence, z.B. die Frage, was und wen  hat man nicht? Was wird über meine Marke nicht gesagt? Diese Menge ist viel größer und sehr aufschlußreich. Es gibt eine Starbucks-Studie aus 2011, die hier neue Analyse-Dimensionen aufzeigt.
  6. Viele Unternehmen haben SM nicht wirklich integriert, sie haben sein Wesen nicht verstanden sondern es als eine mediale Abteilung z.B. bei Marketing angesiedelt. Eine Beschwerde z.B. via twitter wird da zwar erkannt / gesehen, aber man hat nicht die Kompetenz, diese angemessen zu bearbeiten, das macht ganz woanders die Beschwerdeabteilung. Das konnte man 100 Jahre lang so machen, aber nun ist es anders. SM verlangt, dass die ganze Marke zum Kunden als einer, mit einer Stimme, mit einem Gesicht spricht.
  7. Social Media wird immer noch zu sehr medial gesehen, als technische Marketing Disziplin. Viel interessanter sind die Veränderungs-Impulse, die es im Unternehmen, aber auch in der Gesellschaft, der Politik, in der Kultur auslöst. Die Zunft der Zukunft gehört weniger den SM Ingenieuren als den Change Agents, die technischen Entwicklungen in neue Lebenswelten umsetzen.

Alle 7 Thesen sind Auszüge aus dem Interview, so wie ich sie verstanden habe. Den meisten Thesen stimme ich voll zu, Nr. 2 ist mir ein wenig zu streng. Ein Thermometer oder Luftdruckmesser macht auch keine Wettervorhersage, aber liefert wichtigen input dafür. Ohne ginge es nicht. Die Frage ist nur, ob man bei den Ergebnissen dieser Tools stehen bliebt oder weiter schaut. Vor diesem Problem stehen Kommunikation und „Werbung“ ja generell. 1000er Kontaktchancen sind auch nicht das Gleiche wie Einfluß.