20% Text ist zu viel

Wer eine Fanpage bei Facebook betreibt und diese schon mal beworben hat, weiß, dass es da immer eine kleine Genehmigungs-Phase gibt, meist nicht länger als 15 Minuten. Facebook prüft in dieser Zeit, ob der beworbene Beitrag nicht gegen die Facebook Werberichtlinien verstößt. Nur dann wird die Werbung auch „geschaltet“.

Beiträge, die die Prüfung nicht bestehen, werden zwar veröffentlicht, aber eben nicht beworben.

Ich stelle hier einen solchen Beitrag vor: er hat gegen die 20% Text Regel verstoßen – auf nahezu absurde Weise.

In den Werberichtlinien werden die Prüfungskriterien vorgestellt, das ist erst mal schon ganz interessant zu lesen.

Vereinfacht gesagt findet man da zwei Gruppen von Richtlinien-Verstößen:

  • Verstöße gegen den allgemeinen Benimm-Codex, gegen die geschriebenen wie ungeschriebenen Gesetze also und
  • eher technokratische bis gestalterische Fehler, zum Beispiel „Facebook“ mit einem kleinen f zu schreiben.

Die Codex-Kritierien sind eigentlich selbstverständlich: Man darf nicht Illegales bewerben, nicht Gewalt, Pornographie, Drogenkonsum oder Glücksspiel propagieren, nicht diskriminieren oder einzelne Personen explizit ansprechen. Es werden konkrete Beispiele gezeigt, was zu vermeiden ist und was akzeptiert wird. Nicht jedes Beispiel ist ganz verständlich, aber insgesamt ist das Prinzip weitgehend nachvollziehbar.

Bei den Gestaltungs-Kriterien gibt es wieder zwei Gruppen: Man darf einerseits den Facebook-Logo und das Wort „Facebook“ nicht irgendwie verfremden oder verbiegen („heute schon gefacebookt?“). Das Ganze klingt fast, wie ein Auszug aus dem Facebook CI Guide.

Und man darf andererseits nicht gegen die 20% Text Regel verstoßen.

Die Regel bezieht sich natürlich auf Bilder: Sie dürfen nicht zu einem Fünftel aus Text bestehen. Es soll wohl vermieden werden, dass die visuelle Kraft eines Bildbeitrags durch zu viel Text verwässert wird. Vielleicht will man so auch das Problem umschiffen, die in Bildern versteckten verbalen Botschaften wieder auf Codex-Verstöße prüfen zu müssen.

Wie genau der prozentuale Textanteil ermittelt wird, kann man auf einer Facebook Hilfeseite erfahren.

Vor einigen Tagen habe ich nun einen Beitrag zum Thema „Gute und weniger gute Zeiten für das Posten von Beiträgen“ veröffentlicht. Das Hauptbild des Beitrags zeigt einen Kalender. Es enthält vermutlich sogar 80% Text, aber es ist offensichtlich ein Symbol.

CalenderDie Bewerbung des Beitrags wurde jedoch abgelehnt. Gegen eine solche Ablehnung kann man protestieren, hab ich gemacht. Ich habe dargelegt, dass eigentlich 0% Text im Bild sind, weil es ja nur einen Kalender symbolisiert, der enthält nun mal Ziffern und Buchstaben. Aber er enthält keine Textbotschaft.

Die Antwort war enttäuschend weil trotzig ignorant: „…Deine Werbeanzeige wurde abgelehnt, weil sie unserer Richtlinie zu Text in Bildern nicht entspricht. Werbeanzeigen dürfen nicht mehr als einen Textanteil von 20 % im Bild aufweisen. Du kannst deine Werbeanzeige erneut einreichen, wenn du das Bild austauschst und einen neuen Seitenbeitrag erstellst. Um zu prüfen, ob dein Bild unserer Richtlinie entspricht, lade es hier hoch und lass den prozentualen Anteil an Text in deinem Bild berechnen…“

timetopostDem Ratschlag bin ich gefolgt, denn ich hatte noch ein anderes Bild im Beitrag. Damit habe ich den zweiten Werbeversuch gestartet. Und siehe da: diese Werbung wurde akzeptiert. Hier ist das Bild, das die Prüfung bestand.

Absurd, oder? Ja, es stimmt schon, weniger Buchstaben und Ziffern, aber dafür eine echte Textbotschaft.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Facebooks Werberichtlinien gemacht? Haben Sie Ähnliches erlebt? Weitere Beispiele wären sicher interessant für die Leser dieses Blogs.

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