11 Mythen des Social Media Marketing

Es geistern immer noch hartnäckig verschiedenste Mythen und Missverständnisse über Social Media Marketing in den Unternehmenswelten herum. Verunsicherung und Skepsis gegenüber dieser neuen Kommunikationsform sind die Folge.

Es ist deshalb Zeit, diese Mythen zu entlarven um ein etwas klareres Bild des Social Media Marketing zu schaffen.

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1. Social Media ist einfach – ein interner Mitarbeiter soll das erledigen.

Da es bei Social Media hauptsächlich um Kommunikation geht, wird die Person/en hinter den Aktivitäten oft als öffentliches Gesicht des Unternehmens wahrgenommen. Diese Person beantwortet Fragen zu den Produkten oder Dienstleistungen, antwortet auf Beschwerden oder leitet sie weiter, veröffentlicht interessanten Web-Content, gibt zusätzliche Informationen, etc. Daher sollte man genau darauf achten, wer diesen Verantwortungsbereich übernimmt.

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2. Social Media Marketing ist schwer.

Keine Frage: Manche Techniken funktionieren besser als andere, man sollte gewisse Guidelines kennen, sich an bestimmte Umgangsformen halten und typische Fehler vermeiden. Doch die erforderlichen Skills sind nicht extrem außergewöhnlich und die Besonderheiten lehr- und lernbar. Hilfreiche Eigenschaften sind: Kreativität, Neugierde, ein gutes Ausdrucksvermögen, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft.

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3. Social Media ist nur etwas für junge Leute.

Absolut nicht! Was die Konsumenten-Seite betrifft, so ist die größte Nutzergruppe auf Facebook zwischen 35 und 54 Jahre alt. Für die Produzenten-Seite gilt: Die wichtigsten Attribute sind zwischenmenschliche Fähigkeiten und Branchenwissen. Alter spielt bei Social Media keine Rolle, und Lebenserfahrung ist ein klares Plus im Social Media Marketing.

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4. Social Media kostet nichts.

Das stimmt so leider nicht. Zwar gibt laut zahlreicher Studien etwa die Hälfte aller Marketingverantwortlichen an, dass Social Media ihre Marketing-Kosten insgesamt reduziert, doch ganz ohne Kosten kommt Social Media deshalb noch lange nicht aus. Die meisten Tools sind zwar kostenlos, doch die Arbeitszeit, Anstrengung und das benötigte Wissen für ein effektives Social Media Marketing haben echte Kosten.

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5. Da Social Media Marketing mit hohem Arbeitsaufwand verbunden ist, sollten wir es komplett auslagern.

Dies ist keine gute Idee. Ausgelagerte Arbeiten lohnen sich im Bereich IT-Beratung oder Software Entwicklung, doch für Marketing-Aktivitäten sind sie weniger gut geeignet. Umsichtige Firmen behalten auch ihre SEO (Suchmaschinen-Optimierung) intern um Fehlentwicklungen wie etwa Link-Spamming zu vermeiden.

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6. Social Media Marketing funktioniert mit allgemeinen Regeln und Best Practices.

Dies ist nicht zutreffend. Natürlich helfen allgemeine Richtlinien wie „sei ehrlich, hilfsbereit und sachkundig“ und „Vermeide, Social Media Seiten als Einweg-Beschallung mit Marketing-Botschaften zu verwenden“, doch das Feld ist noch neu und viele Regeln sind noch in der „Entwicklungsphase“. Zwar kann man sich von erfolgreichen oder erfolglosen Kampagnen durchaus belehren lassen, doch sollte man sich genügend Raum für eigene kreative Ideen geben.

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7. Social Media hat keine Regeln.

Nur weil es kein Patentrezept gibt, bedeutet das nicht, dass es keine Regeln gibt. Ein paar essentiell wichtige Regeln bestehen: Bewerbe dich nicht exzessiv selbst, versuche nicht alles zu automatisieren, sei ehrlich und gebe der Zielgruppe einen Mehrwert.

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8. Social Media Marketing liefert sofortige Ergebnisse.

Dies ist fast nie der Fall, auch wenn in Einzelfällen darüber berichtet wird. Es ist nicht üblich und sollte deshalb auch nicht erwartet werden. Bei Social Media geht es darum, Beziehungen und Einfluss aufzubauen. Das erfordert natürlich Zeit, doch auf Lange Sicht kann es sich stärker auszahlen als eine typische zeitlich begrenzte Marketing Kampagne.

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9. Social Media ist zu riskant.

Diese Angst ist im Bereich Medizin und Finanzdienstleistungen weit verbreitet. Sicherlich gibt es viele Situationen, in denen ein Unternehmen vorsichtig sein sollte, was Teilnahme und erstellte Inhalte betrifft. Die Eigenheiten und Regulierungen der jeweiligen Branche sollte man auf jeden Fall beachten und die Inhalte kontrollieren. Doch die Menschen sprechen über die Firma auch ohne die Teilnahme des Unternehmens. Das wahre Risiko liegt im Ignorieren dieser Gespräche.

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10. Social Media Marketing ist neu.

Das stimmt nicht ganz. Die Tools sind natürlich neu: Twitter gibt es erst seit 2007 und auch Bloggen ist seit weniger als einem Jahrzehnt verbreitet. Doch das Prinzip der Teilnahme und Einflussnahme auf Gespräche innerhalb der Branche und über die Marke besteht seit jeher. Social Media erhöhte jedoch enorm die Geschwindigkeit und den Verbreitungsgrad dieser Gespräche.

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11. Social Media Marketing passt zu meinem Unternehmen nicht.

Auf manch isolierte Marktnischen kann das zutreffen. Als Waffenhersteller für das Militär eines Landes sollte ich mich an Social Media eher nicht beteiligen. Ansonsten gibt es jedoch immer irgendjemand der irgendwo im Netz über die Marke, die Branche oder die Konkurrenz spricht. Hört man hier nicht zu und beteiligt sich nicht, vergibt man eine große Chance.

0 Gedanken zu „11 Mythen des Social Media Marketing

  1. Gratulation zu der guten und prägnanten Zusammenstellung. Ich kann die Thesen insbesondere für Banken nur bestätigen.
    Insbesondere die Angst, die Kontrolle über die Kommunikation mit den Kunden zu verlieren ist stark ausgeprägt. Dabei sind gerade soziale Medien ein Mittel, um die zumindest die prozessuale Kontrolle zurückzugewinnen und auch inhaltlich mitzugestalten.
    Mitunter hat man auch den Eindruck, dass Banken soziale Medien schlicht und ergreifend zu ignorieren versuchen, wie ich auch in meinem Blog (http://www.der-bank-blog.de/ignorieren-finanzdienstleister-soziale-medien/banken-und-web-2-0/495/) dargestellt habe.
    Leider werden vielfach immer noch mehr Risiken als Chancen gesehen.

    Beste Grüße

    Hansjörg Leichsenring

  2. Vielen Dank für Ihren Kommentar. Sie haben recht: Kontrolle über die Kommunikation teilweise an die Kunden abzugeben, sind viele Unternehmen und Branchen nicht gewohnt – war es doch lange Zeit so, dass die Unternehmen selbst den größten Einfluss auf die (wahrgenommene) öffentliche Meinung hatten. Dies ändert sich nun durch soziale Medien. Die Vogel-Strauß-Strategie vieler Unternehmen, nicht hinzusehen, führt nur leider oftmals zum genauen Gegenteil des gewünschten Effekts. Hier sollten die Unternehmen einfach mutiger werden und offen und ehrlich an den Netz-Gesprächen teilnehmen.

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