Content Marketing: 10 Fehler inkl. Gegenmittel

FehlerEs ist nicht fair!

Da schreibt Tommy Walker einen klugen und langen Artikel über 3 Ausgaben von MarketingProfs und wir dampfen das hier alles ein in einen kurzen deutschen Beitrag. (ein wenig fachlich eingedeutscht haben wir ihn dann schon).

Doch was soll ich sagen: Der Inhalt ist gut, warum ihn zurückhalten?

Und wenn Sie gern die englische Langfassung lesen wollen: der Link zu Teil 1 ist schon da, die beiden anderen sind am Ende dieses Beitrags.

Okay, Sie wollen die 10 Content Marketing Fehler hier schnell vorgestellt bekommen und hoffen, für Sie sind keine dabei?

Sie werden sehen, es sind welche für Sie dabei!

  1. Ihr Ziel ist nicht ausreichend klar definiert

    Was wollen Sie erreichen? Es gibt eigentlich nur 4 Ziele, die man mit Content im Web erreichen kann: Virale Unterhaltungen stimulieren, eine Diskussionen auslösen, mehr Leads generieren oder mehr Sales. Ein Fehler ist es, keines dieser Ziele anzustreben, ein anderer und häufiger anzutreffender ist es, mehrere oder sogar alle 4 anzustreben. Nur der Content gewinnt Aufmerksamkeit und erreicht sein Ziel, der sich auf eines der 4 Ziele fokussiert.

  2. Ihr Content verkauft nichts

    Es gibt sehr viel anspruchsvollen Content, der nichts verkauft. Das ist fast tragisch.Der Schlüssel ist: gehen sie nicht vom Content aus, sondern von dem, was verkauft werden soll.
    Das Produkt verlangt nach bestimmtem Content, nicht umgekehrt.

  3. Ihr Content verlangt nicht nach einer Transaktion

    Zu den 4 möglichen Zielen von No. 1 gehören 4 sinnvolle Transaktionen:

    • Viral : Ihr Content wird geshared
    • Diskussion: Ihr Content erhält Kommentare
    • Leads: Man hinerläßt seine email Adresse
    • Sales: die Kreditkarten-Nummer wird eingegeben

    Ihr Content muss für die jeweilige Transaktion maßgeschneidert sein. So stellen Sie auch sicher, dass wirklich nur ein Ziel verfolgt wird.

  4. Ihr Content klingt wie Allerwelts-Content

    Manche Blogs klingen, als würde hinter jedem der gleiche Blogger stehen. Orientieren Sie sich nicht daran, schreiben Sie nicht Blogger-Style. Lesen Sie Nicht-Blogger, Künstler, Offline-Medien. Spielen Sie mit Sprache und Worten. Erfinden Sie Ihren eigenen Stil, unverwechselbar, typisch nur für Sie!

  5. Ihr Content hat keinen Research-Hintergrund

    Ohne Research-Hintergrund schreiben Sie nicht für ein Publikum sondern für sich selbst. Das ist dann nicht Marketing sondern einfach eine Art journalistisch aufbereitetes Tagebuch.
    Zumindest eine Google Keyword Suche sollte jedem Beitrag voran gehen, doch es gibt weitere gute Tools für Neuigkeiten und Trends, von Google, Yahoo, Youtube, darüber hinaus z.B. topsy, bottlenose, popurls.
    Orientieren Sie sich, welche Themen angesagt sind und verbinden Sie das mit Ihrem Produkt – immer auf dem Weg zum Ziel!

  6. Sie benutzen nur ein Medium, nur ein Format

    Hallo, wir leben in der Zukunft! Die Welt hat mehr als nur Text und Bild! Es gibt Videos, Slideshows, Podcasts, Online Magazine, Life Cameras und Vieles mehr.
    Wenn Sie Ihr ideales Format gefunden haben – dann nehmen Sie mindestens noch ein zweites hinzu! Warum? 2 Gründe:

    • Der eine ist trivial: weil manche Menschen Ihr Lieblingsformat gerade nicht so gut aufnehmen können – warum auch immer.
    • Der zweite Grund: Die verschiedenen Formate erlauben Ihnen, Ihr Produkt in mehr Dimensionen auszubreiten, Ihr Produkt bekommt Tiefe! Nicht alle Medien stellen alle Aspekte eines Produktes gleich gut vor.

    Mit nur einem Format, nur einer Technologie begrenzen Sie aktiv Ihre Audience und Ihr Produkt.
    Es stimmt: neue Formate einzusetzen kostet Zeit, man muss zudem die Veröffentlichungen synchronisieren. Hier ist ein einfacher Trick um das Problem zu lösen: anfangen!

  7. Ihr Content sieht überall gleich aus

    Alle Netzwerke, über die man seinen Content verbreiten kann (die üblichen Verdächtigen, aber auch die „Nischen-Networks“ wie Digg, Stumpleupon und Reddit), sie alle haben ihren eigenen Sound, ihre typische Audience, ihre spezifischen Regeln. Überalle das Gleiche gleich vorzustellen ist nicht klug. Sie müssen sich jedes Netzwerk anschauen, welche Themen gehen hier, welche Formate, wie ist die dominante Sprache, wie wichtig sind Bilder etc.
    Simples Beispiel: Obwohl XING und linkedIn formal ähnlich sind, poste ich doch in linkedIn bevorzugt in englischer Sprache, auf XING in  deutsch.

  8. Ihr Content erzählt keine Geschichte

    (mein „Lieblings-Fehler“)
    Es ist ziemlich klar, warum eine Geschichte zu erzählen gut ist: Der Leser bleibt „dran“. Doch wie erzählt man eine Geschichte? Tommy Walker hat 5 Abschnitte definiert, die jede spannende Geschichte hat und die ich wirklich genial finde.

    • greif nach dem Schwert
    • steig aufs Pferd
    • finde den Drachen
    • erschlage ihn
    • befreie die Prinzessin

    Der Challenge bleibt: wie bekomme ich meinen trockenen Stoff in diese 5 Abschnitte? Das bleibt eine anhaltende Herausforderung, Patentrezepte gibt es hier nicht. Wichtig: es immer wieder anstreben!

  9. Ihr Content bleibt immer zu Hause

    Warum schreiben Sie immer nur in Ihrem Blog? Gehen Sie „fremd“! Nutzen Sie andere Plattformen. Wenn Sie Interessantes zu erzählen haben und nicht zu offeniv Ihre Marke, Ihre Marke und Ihre Marke herausstellen, dann werden Sie viele offene Türen finden.
    exploreb2b ist z.B. so eine Seite, auf der Gastbeiträge willkommen sind. Oder Sie geben mal ein Interview, oder Sie stehen mal in der lokalen Zeitung mit Ihrem Thema. Machen Sie Research dazu und vergessen Sie die Nischen-Networks nicht! Deren Audience kann den Weg zu den großen Plattformen öffnen.

  10. Ihr Content entwickelt sich nicht

    Sie schreiben jetzt schon über ein Jahr für Ihr Blog (und ggf. noch manchmal an anderen Stellen, siehe #9)? Dann wird es Zeit, einen Relaunch zu fahren!
    Das Argument: „es wird immer Leser für meine Themen geben“ zählt nicht, denn Sie sind ein Anderer, wenn Sie etwas zum dritten Mal schreiben.
    Noch ein Jahr, und Sie langweilen sich zu Tode, wenn nichts passiert.
    Erfinden Sie sich und Ihr Blog und Ihren Content neu. Haben Sie z.B. schon mal Podcasting ausprobiert (siehe #6), mit eigenen Statements und Interviews oder gar Video-Podcasts? Das ist eine Herausforderung, aber Sie werden davon profitieren!
    Und: Sie können Ihrer Audience von Ihrer Metamorphose berichten. Das ist doch eine wunderbare Schwert-Drachen-Prinzessin-Story! (siehe #8)

Nun, konnten Sie bei jedem der 10 Punkte sagen: kein Problem für mich, mach ich!? Dann Bravo und Hut ab! 8 und 10 waren und sind für mich harte Nüsse. Aber sie sind richtig! Ich bewundere Tommy Walker für seine Klarsicht.

Er scheint Kommentare und Fragen übrigens recht schnell zu beantworten.

Doch lieber wäre es mir, Sie würden hier kommentieren, ich antworte sicher. Mein Ziel ist Diskussion (No.1) und ein bißchen Viralität (sooo genau muss man es mit den eineindeutigen Zielen ja nun nicht nehmen…)

Hier sind noch die Links zu den beiden anderen Teilen des langen Artikels:

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